Raubüberfall US-Gericht spricht O. J. Simpson schuldig
Las Vegas - Nach dem dreiwöchigen Verfahren in Las Vegas beriet die Jury 13 Stunden lang, bevor sie zu ihrer Entscheidung kam. Simpson wurde während der Verhandlung von vier seiner mutmaßlichen Komplizen belastet, einer sagte zu seinen Gunsten aus.
Nach dem Schuldspruch entfuhr Simpson im Gerichtssaal von Clark County ein lauter Seufzer. Der 61-jährige frühere Sportstar muss mit lebenslanger Haft rechnen. Das gilt auch für seinen ebenfalls schuldig gesprochenen Mitangeklagten Clarence Stewart.
Die Bezirksrichterin Jackie Glass lehnte kurz den Antrag der Verteidigung ab, Simpson gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß zu setzen und ließ ihn in Handschellen abführen. Das Strafmaß soll am 5. Dezember verkündet werden.
Streitereien um Souvenirs
Der Simpson zur Last gelegte Überfall ereignete sich am 13. September 2007 in Las Vegas. Der durch auch durch die Filmserie "Die nackte Kanone" berühmt gewordene Ex-Sportler war angeklagt, im September vergangenen Jahres zusammen mit anderen das Zimmer zweier Andenkenhändler im Hotel-Casino Palace Station gestürmt und die Herausgabe persönlicher Erinnerungen im Wert von 100.000 Dollar gefordert zu haben.
Simpson wollte nach eigenen Angaben lediglich ihm gestohlene Souvenirs zurückholen. Die Staatsanwaltschaft machte geltend, dass der schwarze Ausnahmesportler von fünf Männern begleitet wurde, von denen zwei bewaffnet waren.
1995 war Simpson in einem der meistbeachteten Mordprozesse der USA mangels Beweisen von dem Vorwurf freigesprochen wurde, seine Ex-Frau Nicole und deren Freund ermordet zu haben. Zwei Jahre später verurteilte ein Zivilgericht ihn jedoch dazu, den Hinterbliebenen der Opfer 33,5 Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen.
hil/AFP/AP