Mordprozess Immobilienerbe Robert Durst muss sich vor Gericht verantworten
Robert Durst (Dezember 2016)
Foto: Jae C. Hong / APErst verschwand seine Frau spurlos, dann wurde eine langjährige Bekannte erschossen, später fand man Leichenteile seines Nachbarn. Jetzt hat ein Richter in Los Angeles entschieden: Der New Yorker Immobilienerbe Robert Durst muss sich vor Gericht verantworten. Der Richter erklärte, es gebe ausreichend Beweise, um dem 75-Jährigen wegen des Mordes an seiner engen Freundin Susan Berman den Prozess zu machen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Multimillionär vor, Berman im Dezember 2000 in Los Angeles erschossen zu haben. Er wollte demnach verhindern, dass die Krimi-Autorin von der New Yorker Polizei zum Verschwinden seiner Ehefrau Kathleen McCormack im Jahr 1982 befragt wird. Die Polizei geht davon aus, dass McCormack tot ist. Auch in diesem Fall steht Durst unter Verdacht.
Der Immobilienerbe weist die Vorwürfe zurück. Bei einer Gerichtsanhörung im Fall Berman vor zwei Jahren plädierte er auf nicht schuldig.
Durst war im März 2015 festgenommen worden. Zuvor war die HBO-Fernsehdokumentation "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" ("Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst") ausgestrahlt worden.
Selbstgespräche auf der Toilette
Darin hatte Durst offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis abgelegt. Er war sich offenbar nicht bewusst, dass das Mikrofon angeschaltet war, als er die Waschräume aufsuchte. Dabei soll er vor sich hingemurmelt haben: "Was habe ich nur getan? Ich habe sie natürlich alle getötet." Später sagte er, er habe bei den Dreharbeiten unter dem Einfluss von Drogen gestanden.
Die ermordete Berman kannte Durst seit Studienzeiten in den Sechzigern. Die Anklage legt nahe, dass Durst sie aus dem Weg schaffen wollte, weil Berman als mögliche Zeugin im Fall seiner verschwundenen Frau hätte auftreten können.
Durst hatte 2001 in Texas einen damaligen Nachbarn in einer Auseinandersetzung erschossen und dessen Leiche zerstückelt. Zwei Jahre später wurde er aber überraschend wegen Notwehr freigesprochen. Durst hatte ausgesagt, seinen Nachbarn versehentlich beim Gerangel um die Waffe erschossen zu haben.