"Rock am Ring" Staatsanwaltschaft stellt Terrorermittlungen ein
Prophets of Rage bei Rock am Ring 2017
Foto: Thomas Frey/ dpaDie Koblenzer Staatsanwaltschaft hat nach dem Terroralarm bei "Rock am Ring" das Ermittlungsverfahren gegen drei Männer zu den Akten gelegt. Weder bei den Wohnungsdurchsuchungen noch bei der Überprüfung der Kommunikation der Männer habe es Hinweise auf den Besitz oder das Überlassen von Sprengstoff gegeben, wie die Anklagebehörde mitteilte .
Das Festival "Rock am Ring" mit 87.000 Besuchern in der Eifel war Anfang Juni wegen Terrorverdachts unterbrochen worden. Bei einer Polizeikontrolle waren der aus Syrien stammende Deutsche Abdul Ghani A., 24, und der Syrer Mohammad Z., 21, überprüft worden. Auch gegen einen 37-jährigen Mann aus Hessen wurde ermittelt.
Der 21-Jährige war wegen eines Schreibfehlers bei der Übertragung seines Namens ins Visier der Fahnder geraten: Bei der nur mündlichen Angabe seiner Personalien für die Zugangskarte zum Festivalgelände waren Name und Adresse falsch erfasst worden.
Er und der 24-Jährige waren zudem vorzeitig abgereist, gegen A. war zuvor in anderem Zusammenhang auch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt worden. In der Summe machte das die Männer für die Polizei verdächtig.
Rock am Ring: Festival wegen Terrorgefahr unterbrochen
Laut Staatsanwaltschaft hatte die Abreise aber nichts mit einem befürchteten Terroranschlag zu tun, sondern weil die beiden mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden gewesen sein sollen. Sie waren über einen Frankfurter Subunternehmer vom Festivalveranstalter engagiert worden. Außerdem sollen sie den 37-Jährigen bis zu einer Polizeikontrolle überhaupt nicht gekannt haben.
"Die von Anfang an kooperativen Beschuldigten machten in ihren verantwortlichen Vernehmungen unabhängig voneinander glaubhafte Angaben, die durch die weiteren Ermittlungsergebnisse bestätigt wurden", teilte die Staatsanwaltschaft nun mit. Die Verstrickung der drei in strafrechtlich relevante, insbesondere terroristische Aktivitäten bei "Rock am Ring" könne ausgeschlossen werden.