Rom: Anti-Mafia-Priester mit Flaschen und Stöcken attackiert - DER SPIEGEL
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Marsch gegen Kriminalität Anti-Mafia-Priester in Rom mit Flaschen und Stöcken attackiert

Weil er gegen die Mafia kämpft, kann Don Antonio Coluccia nicht mehr ohne Personenschutz vor die Tür gehen. Sicher lebt der italienische Priester trotzdem nicht.
Polizeiabsperrung in Rom
Polizeiabsperrung in Rom

Polizeiabsperrung in Rom

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Lev Radin / Pacific Press Agency / IMAGO

Don Antonio Coluccia ist in Rom kein Unbekannter. Der Priester engagiert sich in der italienischen Hauptstadt seit Jahren gegen Kriminalität und Drogenhandel. Dabei ist er immer wieder ins Visier der Mafia geraten. Nun ist der 49-Jährige offenbar selbst Opfer eines mafiösen Angriffs geworden.

Wie italienische Medien berichten, hatte Coluccia am vergangenen Sonntag einen Marsch gegen Kriminalität im römischen Stadtteil Quarticciolo angeführt. Dabei sei er mit Brettern, Flaschen und Stöcken angegriffen worden. Jemand soll aus einem Fenster gerufen haben: »Deine Zeit läuft ab – wir werden dich töten.« Seine Personenschützer brachten den Priester schließlich in Sicherheit.

»Gewalttätiger Mafioso-Angriff«

Bei den Angreifern handelte es sich mutmaßlich um Mitglieder der Mafia. Das teilte die Sicherheitsbeauftragte der Region Latium, Luisa Regimenti, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit.

Coluccia stand zum Zeitpunkt des Angriffs bereits rund um die Uhr unter Personenschutz. Denn der Geistliche erlebt seit rund zehn Jahren immer wieder Drohungen und Aggressionen. 2014 wurden sein Haus und sein Auto mutwillig beschädigt. Im Juni 2015 eröffneten zwei Männer das Feuer auf ihn, verfehlten den Priester, verletzten aber einen Passanten leicht.

Im August 2023 versuchte ein Mann, ihn in einem Armenviertel am Stadtrand von Rom mit einem Motorroller zu überfahren. Der Angreifer wurde später wegen versuchten Mordes verhaftet. Im vergangenen Winter wurden im selben Viertel Mülltonnen in Brand gesteckt, nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Coluccia erwartet wurde.

Der Geistliche steht unter anderem im Fokus der Mafia, weil er das beschlagnahmte Haus eines Mafiabosses in ein Heim für arme Menschen und Drogenabhängige umgewandelt hatte.

Nach dem Übergriff am Wochenende gibt Coluccia sich weiter kämpferisch: »Ich werde zurückkehren. Ich bin entschlossen, der Stadt zu dienen«, sagte er nach Bekanntwerden des Anschlags gegenüber »Roma Today« . Er werde sich weiter für die Bürger in dem Viertel einsetzen. »Es ist meine Pflicht, in Gegenden, die von Drogen, Verwahrlosung und Verfall geplagt sind, das Bewusstsein zu schärfen.«

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Zahlreiche italienische Politiker haben sich inzwischen zu dem Vorfall geäußert und dem Priester ihre Unterstützung zugesichert. Am Mittwoch äußerte sich auch Innenminister Matteo Piantedosi und lobte Coluccias Engagement.

lrm