Projekt in Rumänien Misshandlung deutscher Jugendlicher - 14 Verdächtige angeklagt
Projektgelände in Maramures: Freiheitsberaubung, Geldwäsche, Amtsmissbrauch
Foto: -/ dpaDie rumänische Staatsanwaltschaft hat wegen Misshandlungsvorwürfen in einem Heim für auffällige Jugendliche aus Deutschland 14 Personen angeklagt. Die Beschuldigten sollen Jugendliche im Rahmen des staatlich finanzierten "Projekts Maramures" regelrecht versklavt haben.
Im Zentrum des Falls stehen der 61-jährige deutsche Projektleiter und seine Ehefrau, wie die Sondereinheit für Organisierte Kriminalität (DIICOT) in Bukarest mitteilte. Die Angeklagten sollen zwischen 2014 und August 2019 eine kriminelle Vereinigung zum Zwecke des Handels mit Minderjährigen, der illegalen Freiheitsberaubung, der Geldwäsche und des Amtsmissbrauchs gebildet haben (erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe des Falls ).
Sie hatten offenbar keinen Kontakt zur Außenwelt
Der Prozess soll demnächst in der nordrumänischen Stadt Baia Mare beginnen. Die Ermittlungen hatten Ende August 2019 angefangen, nachdem einer der in dem Heim im Dorf Viseu de Sus untergebrachten Jugendlichen Anzeige erstattet hatte.
Er warf den Betreibern unter anderem vor, die Jugendlichen auf Bauernhöfe geschickt zu haben, wo diese wie Sklaven hätten arbeiten müssen. Die Betreiber hätten zudem dafür gesorgt, dass ihre Schützlinge keinerlei Kontakt zur Außenwelt hatten.
Den Ermittlungen zufolge hatten die Betreiber Komplizen in rumänischen Behörden, die ihnen halfen, ihre illegalen Praktiken zu vertuschen. In das Heim hatten deutsche Behörden schwierige Jugendliche zum Zwecke der Wiederintegration in die Gesellschaft geschickt. Vermittelt wurden die Heranwachsenden durch den Jugendhilfeträger Wildfang im niedersächsischen Bothel.