Sachsen Mutmaßliche Neonazis überfallen Zirkus
Triebel - "Das waren etwa 30 Rechtsradikale. Sie trugen Glatze und Springerstiefel, hatten militärische Kleidung an", sagte der Vater der Zirkusfamilie, Ronny Quaiser. Es seien Morddrohungen gegen die Familie gefallen.
Bevor es zu dem Übergriff in dem Dorf Triebel kam, hatte die Zirkusfamilie bereits die Flucht ergriffen - jemand hatte ihnen einen Tipp gegeben. Er habe vorab den Hinweis erhalten, dass "die Braunen" einen Überfall planten, sagte Quaiser. Deshalb habe er seine Familie in ein Hotel gebracht und die Polizei informiert. Bei seiner Rückkehr hätten sich Polizei und Jugendliche bereits gegenüber gestanden. Die Täter hatten das Zirkuszelt der Familie zerstört. Es entstand ein Schaden von 20.000 Euro.
Ein Polizeisprecher bestätigte, dass es Bedrohungen gab. Es lägen ihm aber keine Hinweise vor, dass es sich um rechtsradikale Täter handeln könnte. "Derartige Angaben fehlen im Bericht", sagte er. Inzwischen nahmen die Beamten einen Tatverdächtigen fest. In dem Fall werde wegen Landfriedensbruchs ermittelt, sagte der Polizeisprecher.
Die Polizei war mit ihrem Verhalten in dem Fall innerhalb des Dorfes schwer in die Kritik geraten. Einen Tag nach der nächtlichen Attacke hatten am Samstag 60 Einwohner des Ortes ihre Solidarität mit der Familie bekundet und die Polizei in Triebel kritisiert. Nach Ansicht der Bewohner reagierten die Beamten nicht angemessen auf den Angriff. Sie hätten lediglich die Personalien der offenbar rechtsradikalen Jugendlichen aufgenommen.
fok/dpa