SEK-Einsatz in Schwerte Mordverdächtiger streamt eigene Festnahme bei Facebook
Im Ruhrgebiet haben SEK-Beamte einen Mordverdächtigen während einer Live-Übertragung bei Facebook überrascht und festgenommen. Der 49-Jährige steht im Verdacht, eine 72-Jährige getötet und danach Feuer in ihrem Haus gelegt zu haben.
Bei der Festnahme am Sonntag in seiner Wohnung in Schwerte platzte das Spezialeinsatzkommando in eine langatmige Video-Übertragung, wie der ermittelnde Staatsanwalt auf Nachfrage bestätigte. Das Online-Portal "Mein Schwerte" und die "Bild"-Zeitung hatten zuvor berichtet.
Nach anfänglichem Klingeln und mehrfachem Knallen zeigt das Video, wie mehrere Polizisten die Wohnung stürmen und den Mann festsetzen. Dann wird das Bild schwarz. Zur Frage, ob die Polizei von der Übertragung wusste und sie sich zunutze machen konnte, nahm der Staatsanwalt keine Stellung: "Zu Einsatzvorbereitungen des SEKs kann ich keine Angaben machen", sagte er.
Inzwischen sitzt der 49-Jährige wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll mit massiver Gewalt gegen die Frau vorgegangen sein und dann ein Feuer gelegt haben. Feuerwehrleute waren am Donnerstag vergangener Woche auf die mit Brandwunden übersäte Leiche gestoßen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.
In dem mehr als 100 Minuten langen Video filmt sich der Mann zuvor in seiner Wohnung - mehr oder weniger beim Nichtstun: Er hat Kerzen aufgestellt, sitzt am Tisch, sieht fern und trinkt Kaffee, steht hin und wieder zum Rauchen am Fenster auf oder richtet die Kamera neu aus.