Ermittlungen gegen Sido: "Mit Fäusten schafft man Probleme"
Ermittlungen gegen Sido Ein Schlag und kein Ende
Wien - Jahrelang pflegte der Musiker Sido sein Image als böser Bube, der Streit - und zuletzt die angebliche Versöhnung - mit Kollege Bushido (noch so ein "Rüpel-Rapper") wirkten inszeniert. Nun also das nächste Kapitel, diesmal spielt es in Wien.
Der österreichische Fernsehsender ORF hatte Sido als Juror für die Castingshow "Die große Chance" angestellt - und am vergangenen Samstag wieder entlassen. Sido hatte sich während der Show über den Journalisten Dominic Heinzl lustig gemacht. Als dieser ihn später darauf ansprach, schlug Sido zu. "Mit der Hand, nicht mit der Faust", zitiert die "Bild"-Zeitung Sido. Video-Aufnahmen des Vorfalls zeigen, wie Heinzl zu Boden fällt und Sicherheitskräfte die beiden Männer auseinanderbringen müssen.
"Gewalt ist indiskutabel. Wir tolerieren derartiges Verhalten nicht und beenden mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit", erklärte ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner am Samstag. Wenig später folgte Sidos Entschuldigung: "Ich weiß, dass der Rahmen absolut falsch war - besonders, weil Kinder anwesend waren! - und, dass man mit Fäusten keine Probleme lösen kann, sondern vielmehr welche schafft", schrieb der 31-Jährige auf Facebook und Twitter. Er wolle niemandem das Bild vermitteln, dass die Aktion richtig war. Er sei zu weit gegangen. Doch damit ist es nicht getan.
Die Wiener Polizei wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung Ermittlungen gegen Sido einleiten, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Heinzl selbst stellte demnach bis Montagvormittag keine Anzeige.
Außerdem kam ein weiteres mögliches Vergehen ans Licht: Sido soll hinter der Bühne gekifft haben, wie mehrere Tageszeitungen berichten. Die Polizei werde auch diesem Hinweis nachgehen, sagte Hahslinger.