Siegen: Babyleichen in Kühltruhen - Mutter verurteilt - DER SPIEGEL
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Babyleichen in Kühltruhen Gericht verurteilt Mutter zu drei Jahren und acht Monaten Haft

Das Landgericht Siegen hat eine 32-Jährige zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Leichen von zwei Babys der Frau waren in Kühltruhen entdeckt worden.
Angeklagte im Landgericht Siegen (verdeckt; Archivbild): Drei Jahre und acht Monate Gefängnis
Angeklagte im Landgericht Siegen (verdeckt; Archivbild): Drei Jahre und acht Monate Gefängnis

Angeklagte im Landgericht Siegen (verdeckt; Archivbild): Drei Jahre und acht Monate Gefängnis

Foto: Oliver Berg/ dpa
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In Siegen ist der Prozess um den Tod zweier Babys zu Ende gegangen - mit einem Schuldspruch gegen die Mutter. Das Landgericht verurteilte die Frau zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Die Richter befanden die 32-Jährige des zweifachen versuchten Totschlags durch Unterlassen für schuldig.

Die beiden Kinderleichen waren im August 2014 in Kühltruhen in Bonn und in Siegen entdeckt worden. Die Todesursache konnte nicht mehr genau ermittelt werden. Hinweise auf einen gewaltsamen Tod der Kinder gab es nicht.

Die Angeklagte habe "ohne Kenntnis der Umwelt und ohne Hilfe zu holen" zwei Söhne geboren, die nur wenige Minuten lebten, begründete die Kammer das Urteil. "Sie ist ein junge, intelligente Frau, der niemand ein solches Verhalten zugetraut hätte", sagte der Vorsitzende Richter. Die Angeklagte brach während der Urteilsbegründung zusammen. Das Gericht rief einen Notarzt.

"Zweimal nicht reagiert"

Mit dem Strafmaß blieb die Kammer nur knapp unter der Forderung der Anklage. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Freiheitsstrafe von vier Jahren ausgesprochen: Es sei nicht nachzuweisen, dass die Neugeborenen von einem Notarzt hätten gerettet werden können, hieß es in der "Rheinischen Post" . Daher sei der Angeklagten lediglich ein Versuch anzulasten.

Die Aussage der Angeklagten, sie sei von den Geburten überrascht worden, hielt der Staatsanwalt für nicht glaubwürdig: "Sie hat die Schwangerschaften verdrängt und negiert. Und sie hat zweimal nicht reagiert."

Die Verteidiger forderten einen Freispruch. Die Angeklagte sagte, sie könne sich ihr Verhalten selbst nicht erklären. "Ich war völlig überfordert und unfähig, so zu handeln, wie es jeder normale Mensch getan hätte", begründete die Frau ihre Untätigkeit vor und nach den Geburten.

wit/dpa