Sorgerechtsstreit: Drei Tote nach Schießerei im Gericht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Sorgerechtsstreit Drei Tote nach Schießerei im Gericht

Aus Angst vor ihrem gewalttätigen Mann floh sie in ein Frauenhaus, jetzt rächte er sich vor Gericht im norditalienischen Reggio Emilia: Der 40-Jährige erschoss seine Ehefrau und deren Bruder vor den Augen der beiden Töchter. Er selbst wurde von der Polizei getötet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Reggio Emilia - Das albanische Paar hatte sich wegen eines Scheidungsverfahrens vor Gericht getroffen. Die Frau war bereits im vergangenen Jahr aus Angst vor ihrem gewalttätigen Mann in ein Frauenhaus gezogen. Bei der heutigen Verhandlung sollte es nun unter anderem um das Sorgerecht für die gemeinsamen Töchter gehen.

Der Mann betrat den Gerichtssaal mit einer Pistole und begann, wild um sich zu schießen. Der Bruder der Frau versuchte, seinen Schwager zu entwaffnen, und bezahlte das mit seinem Leben: Der Täter erschoss erst ihn, dann seine Ehefrau und verletzte zwei Anwälte und einen Polizisten.

Bei dem anschließenden Feuergefecht mit der Polizei kam auch der Täter um. Nach Berichten von Augenzeugen hatte er auf alle gezielt , die um ihn herum waren und etwa 30 Schüsse abgefeuert.

Unter den Anwesenden brach Panik aus. Viele Augenzeugen stünden unter Schock, hieß es. Der Albaner lebte seit rund zehn Jahren in Italien.

jjc/dpa/AP