Staatsanwaltschaft durchsucht Bushidos Musiklabel in Berlin - DER SPIEGEL
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Bushido-Song: Pöbeln wie in alten Zeiten

Foto: Paul Zinken/ dpa

Razzia in Berlin Ermittler durchsuchen Bushidos Musiklabel

In seinem Skandalsong "Stress ohne Grund" hetzt Bushido gegen Politiker und wünscht ihnen den Tod. Nach Strafanzeigen gegen den Rapper haben jetzt die Ermittlungsbehörden reagiert - mit einer Durchsuchung.
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Berlin/Hamburg - Die Staatsanwaltschaft geht wegen des umstrittenen Songs "Stress ohne Grund" gegen Rapper Bushido vor. Ermittler haben das Berliner Büro seines Musiklabels durchsucht. Bei der knapp zweistündigen Aktion seien umfangreiche Unterlagen und Datenträger beschlagnahmt worden, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft. Ziel der Razzia sei es gewesen, Beweismittel unter anderem zur Entstehungsgeschichte des auf dem Index stehenden Titels sowie zu den Vertriebswegen und bereits erzielten Einnahmen zu finden.

Die Polizei schickte nach dem Ende der Durchsuchung zwei Mannschaftswagen vor das Gebäude des Labels in Berlin-Treptow. Dort hätten sich Reporter durch Männer aus dem Umfeld des Rappers bedroht gefühlt, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten daraufhin Präsenz zeigen wollen.

Bushido hatte am Morgen getwittert: "Ich grüsse die zahlreichen Beamten, die ganz tapfer mein Büro durchsuchen, um eine 'gefährliche' CD zu beschlagnahmen;) #StressOhneGrund." Nach der Hausdurchsuchung schrieb er: "So Durchsuchung beendet glaube die wollten einfach nur CDs umsonst abgreifen. Aufgeräumt hat keiner dachte dafür waren die Damen dabei...".

Das Album "NWA" des Interpreten Shindy mit dem Bushido-Song war vor zwei Wochen vorläufig als jugendgefährdend eingestuft und auf den Index gesetzt worden. Beiden Rappern wird Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung und Beleidigung vorgeworfen. Das Stück "Stress ohne Grund" enthält Tötungs- und Gewaltphantasien sowie schwulenfeindliche Parolen.

Auch Politiker werden im Song mit heftigen Worten beleidigt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören hatten Strafanzeigen erstattet. Neben den beiden werden auch der Comedian Oliver Pocher und die Grünen-Chefin Claudia Roth namentlich genannt und angegriffen.

Drei von Bushidos Alben stehen bereits auf dem Index. Zuletzt sorgte er auch mit fragwürdigen Geschäftsbeziehungen für Aufsehen.

wit/dpa

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