Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Hans Lipschis - DER SPIEGEL
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Ehemaliger KZ-Wachmann Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Hans Lipschis

Hans Lipschis soll geholfen haben, Tausende Menschen im Konzentrationslager Auschwitz zu töten. Nun wurde Anklage gegen den 93-Jährigen erhoben. Ihm wird Beihilfe zum Mord zur Last gelegt.
KZ Auschwitz (undatiertes Foto): Hier soll Hans Lipschis Beihilfe zum Mord geleistet haben
KZ Auschwitz (undatiertes Foto): Hier soll Hans Lipschis Beihilfe zum Mord geleistet haben

KZ Auschwitz (undatiertes Foto): Hier soll Hans Lipschis Beihilfe zum Mord geleistet haben

Foto: KATARINA STOLTZ/ REUTERS
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Stuttgart - Als SS-Mann soll Hans Lipschis im Konzentrationslager Auschwitz gearbeitet haben, bei der Wachmannschaft und als Koch. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun Anklage gegen den 93-Jährigen wegen Beihilfe zum Mord erhoben. Lipschis sitzt bereits seit Mai in Untersuchungshaft.

Laut Anklage soll der mutmaßliche NS-Verbrecher von 1941 bis 1943 Wachbereitschaft im KZ Auschwitz gehabt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, "den Lagerbetrieb und damit die Vernichtungsaktionen unterstützt zu haben".

Zwölf Gefangenentransporte mit Tausenden Menschen seien während seiner Wachzeit in Auschwitz angekommen. Die als nicht arbeitsfähig eingestuften Gefangenen seien gleich nach der Ankunft aussortiert und in Gaskammern ermordet worden.

Der Staatsanwaltschaft zufolge lebte Lipschis nach Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst in Norddeutschland, bis er 1956 nach Chicago auswanderte. Die USA wiesen ihn 1982 aus, nachdem bekannt geworden war, dass er entgegen seiner Angaben im Einbürgerungsverfahren als SS-Mitglied zur Lagermannschaft in Auschwitz gehört hatte. Seither lebte er im Ostalbkreis.

Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens muss nun das Landgericht Ellwangen entscheiden, es ist wegen Lipschis letzten Wohnsitzes zuständig für den Fall. Der mutmaßliche NS-Verbrecher hat sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

gam/dpa/AFP