Staatsanwaltschaft verkauft Täterauto mit nicht entdeckter Mordwaffe - DER SPIEGEL
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Panne Staatsanwaltschaft verkauft Auto mit unentdeckter Mordwaffe

Es war das Fluchtfahrzeug eines mutmaßlichen Mörders in einem spektakulären Fall: Die niedersächsische Justiz verkaufte das Auto - einschließlich der darin unentdeckten Mordwaffe. Die fand erst der neue Besitzer.
Tatort in Stolzenau (Dezember 2011): 13-Jährige erschossen, Fluchtfahrzeug verkauft
Tatort in Stolzenau (Dezember 2011): 13-Jährige erschossen, Fluchtfahrzeug verkauft

Tatort in Stolzenau (Dezember 2011): 13-Jährige erschossen, Fluchtfahrzeug verkauft

Foto: dapd
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Stolzenau - Ali B. erschoss im Dezember 2011 seine 13-jährige Tochter in Stolzenau. Sein Fluchtfahrzeug verkaufte die Staatsanwaltschaft Verden - inklusive einer Überraschung für den neuen Besitzer. Der Käufer habe in dem Auto die Tatwaffe entdeckt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft und bestätigte einen Bericht des "Weser Kuriers". Es handelte sich um eine Pistole. Der 36 Jahre alte Vater ist seit den tödlichen Schüssen auf seine Tochter untergetaucht.

Die Polizei hatte das Fluchtfahrzeug wenige Tage nach dem Verbrechen im Dezember in Minden entdeckt. Bei der Durchsuchung hatte die Polizei die Tatwaffe trotz des Einsatzes von Hunden nicht gefunden. "Wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungsbehörden hatten Ende August mitgeteilt, dass die Tatwaffe entdeckt wurde, allerdings keine Angaben zum Fundort gemacht.

Der flüchtige Vater hatte die 13-jährige Souzan am 5. Dezember auf offener Straße erschossen. Ein halbes Jahr vor der Tat war das Mädchen wegen familiärer Spannungen mit Zustimmung des Jugendamtes in ein Heim gezogen. Auslöser des Verbrechens könnte das Vorhaben des Landkreises Nienburg gewesen sein, den Eltern das Sorgerecht zu entziehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) habe den Wagen mit der unentdeckten Mordwaffe verkauft. Das ist falsch. Tatsächlich hat die Staatsanwaltschaft den Verkauf angeordnet und veranlasst. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

wit/dpa/AFP

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