Tödliche Schüsse in Stade Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes gegen Tatverdächtigen erlassen
Ein Polizeiauto nahe dem Tatort in Stade
Foto: Kai Moorschlatt / dpaSechs Menschen starben: Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 45 Jahre alten Tatverdächtigen erlassen.
Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord, hieß es in einer Mitteilung . Der Mann wurde demnach in eine JVA gebracht.
»Während eines Hilfeplangesprächs unter Beteiligung mehrerer Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamtes der Region Hannover soll er plötzlich mit der mitgebrachten Schusswaffe auf die Mitarbeiter geschossen haben, um sie zu töten«, schrieb die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es weiter.
Blumen und Kerzen nahe dem Tatort in Stade
Foto: Jörn Hüneke / dpaIn Bezug auf die beiden Frauen, die zuvor vernommen worden waren – die Mutter der gemeinsamen Tochter und die Fahrerin des Tatverdächtigen – habe die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Sie seien wieder auf freiem Fuß.
Der Mann soll am Montag in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in der Stadt westlich von Hamburg vier Frauen und zwei Männer getötet haben. Fünf erlagen am Tatort ihren Verletzungen, ein weiteres Opfer starb im Krankenhaus. Drei der Getöteten waren Beschäftigte des Jugendamtes der Region Hannover, die anderen drei Getöteten waren Mitarbeitende der Stader Jugendhilfeeinrichtung.
Mann hat keine waffenrechtliche Erlaubnis
Hintergrund der Tat ist nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige hatte in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. Die 34-jährige Mutter des Kindes und deren gemeinsame drei Monate alte Tochter blieben bei der Tat unverletzt. Die Polizei befragte die Frau, das Baby wurde in die Obhut des Jugendamtes übergeben.
Die Ermittler hatten zunächst nicht mitgeteilt, um welche Art von Waffe es sich handelte und wie der Verdächtige daran gekommen sein soll. Eine waffenrechtliche Erlaubnis hatte der Mann nach Angaben der Behörden nicht.
Der 45-Jährige soll in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sechs Menschen erschossen haben. Zuvor soll er nach SPIEGEL-Informationen sein drei Monate altes Kind geschüttelt haben, es musste von einem Arzt behandelt werden. Lesen Sie hier mehr.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es im Vorspann, die Staatsanwaltschaft habe den Antrag auf Haftbefehl erlassen, es war allerdings das Amtsgericht. Wir haben die Stelle korrigiert.