Stammheim RAF-Trakt soll abgerissen werden
Stuttgart - Mehr als drei Jahrzehnte nach den Stammheim-Prozessen soll das Gebäude, in dessen siebten Stock sich Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe 1977 das Leben nahmen, neuen Plänen weichen. "Wir erwägen den Abriss des dringend sanierungsbedürftigen Hochhauses", sagte Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll, FDP, beim Richtfest für eine neue Torwache in Stammheim. Die wird die Durchsuchungsbaracke der Haftanstalt ersetzen, die in den siebziger Jahren zunächst als Provisorium errichtet worden war.
Mit dem Abriss soll Platz für neue Unterkünfte und einen Sicherheitszaun geschaffen werden. Das Gefängnis in Stammheim galt im "Deutschen Herbst" als Inbegriff des Konfliktes zwischen Staat und RAF. Die an Felder und Wohnhäuser grenzende JVA gilt auch als Sinnbild für das Ende der Baader-Meinhof-Gruppe nach den Selbstmorden der Terroristen.
Derzeit sitzen in der JVA im Norden von Stuttgart 856 Gefangene ein. Die Anstalt wurde von 1959 bis 1963 erbaut und ein Jahr später in Betrieb genommen. Stammheim galt zu der Zeit als sicherstes Gefängnis Deutschlands.
han/dpa/ddp/AP