Straferlass: Italien lässt Tausende Häftlinge frei - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Straferlass Italien lässt Tausende Häftlinge frei

Dank eines Straferlasses wurden in Italien seit Ende Juli 13.000 Häftlinge in die Freiheit entlassen. Für einige Dutzend Ex-Insassen währte das Leben jenseits der Gefängnistore allerdings nur kurz: Wegen Diebstahls und anderer Gewalttaten wurden sie Medienangaben zufolge gleich wieder festgenommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rom - Von dem Straferlass zur Entlastung der italienischen Haftanstalten hätten bislang 8663 Italiener und 4559 Ausländer profitiert, teilte ein leitender Beamter der italienischen Vollzugsverwaltung am Mittwoch mit. Bis Ende August könnten es insgesamt bis zu 17.000 Gefangene werden, die von der Regelung betroffen seien.

Der italienische Senat hatte Ende Juli einem Straferlass von drei Jahren zugestimmt, mit dem die rund 200 Justizvollzugsanstalten entlastet werden sollen. Während die italienischen Gefängnisse nur für 43.000 Häftlinge ausgelegt sind, hatten im Juli rund 63.000 Menschen hinter Gittern gesessen.

Das neue Gesetz sieht einen Strafnachlass für alle vor Mai begangenen Vergehen vor. Von der Maßnahme sind jene Häftlinge ausgenommen, die wegen Terrorismus, Mafiazugehörigkeit, Pädophilie, sexueller Gewalt, Entführungen, Schieberei, Geldwäsche und Drogenhandel verurteilt worden sind.

reh/AFP