Südkorea: Moon Jae In fordert Untersuchung mutmaßlicher Sexualverbrechen in Chats - DER SPIEGEL
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Missbrauchsvideos in Chats Südkoreas Präsident fordert umfassende Untersuchung

Dutzende Frauen sind betroffen, darunter 16 Minderjährige: In Südkorea wurden offenbar massenhaft sexuelle Aufnahmen erpresst, die dann in Chaträumen geteilt wurden.
Moon Jae In: "Grausame Tat, die menschliches Leben zerstört hat"
Moon Jae In: "Grausame Tat, die menschliches Leben zerstört hat"

Moon Jae In: "Grausame Tat, die menschliches Leben zerstört hat"

Foto: Lee Jin-wook / AP
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In Südkorea sollen Dutzende Frauen und Mädchen in Chats dazu erpresst worden sein, sexuelle Aufnahmen von sich zu teilen. Der Fall löste so enorme Empörung aus, dass sich nun sogar Präsident Moon Jae In dazu geäußert hat und eine umfassende Untersuchung fordert.

Insgesamt 124 Verdächtige seien seit September vergangenen Jahres gefasst worden, teilte die Nationale Polizeibehörde mit. 18 sitzen demnach in Haft. Darunter sollen sich auch Betreiber von Chatgruppen im Messengerdienst Telegram und anderen sozialen Medien befinden.

Der Polizei zufolge lockten die mutmaßlichen Täter ihre Opfer mit gefälschten Stellenanzeigen an und forderten kompromittierende Fotos von ihnen. Sie hätten dann damit gedroht, die Fotos zu veröffentlichen, wenn die Mädchen und Frauen keine weiteren Aufnahmen von zunehmend erniedrigenden und gewalttätigen Handlungen schickten.

Mindestens 74 Opfer, darunter 16 Minderjährige, seien bekannt. Sie seien über mehrere Monate "praktisch versklavt" worden.

"Grausame Tat, die menschliches Leben zerstört hat"

Mehr als 2,3 Millionen Menschen unterschrieben eine Petition, die von den Behörden fordert, die Identität des Mannes preiszugeben, der mutmaßlich im Zentrum des Netzwerks steht. Er soll einen Gruppenchat bei Telegram betrieben haben. Die Anzahl der Unterschriften hat die Schwelle überschritten, die eine Reaktion des Präsidentenbüros erfordert. Die Polizei lehnt es bislang ab, den Namen zu veröffentlichen. Außerdem werden in der Petition auch andere Mitglieder des Chats angeprangert. Sie sollen bis zu 1,5 Millionen Won (ungefähr 1100 Euro) für die Aufnahmen bezahlt haben.

Moon sprach laut einem Sprecher von einer "grausamen Tat, die menschliches Leben zerstört hat" und forderte die Polizei auf, sie als ernst zu nehmende Straftat zu behandeln. Auch die Mitglieder der Chaträume sollten ermittelt werden, nicht nur die Männer, die Fotos oder Videos hochgeladen haben.

Im vergangenen Jahr hatten in Südkorea mehrere Fälle Aufsehen erregt, in denen heimlich aufgenommene Sexvideos, per Chat oder Livestream verbreitet worden waren.

bbr/Reuters

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