Terror-Prozess Motassadeq droht Höchststrafe
Hamburg - Der Vorsitzende Richter Carsten Beckmann hatte zum Prozessauftakt am Freitag bereits eine deutliche Verschärfung des Strafmaßes angekündigt.
Das Hamburger Gericht hatte den Marokkaner im August 2005 zu sieben Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte im Herbst diesen Schuldspruch verschärft und das Verfahren lediglich zur Festsetzung einer neuen Strafe nach Hamburg zurückverwiesen.
Nach Ansicht der Bundesrichter ist der 32-Jährige auch der Beihilfe zum Mord an den 246 Passagieren und Besatzungsmitgliedern der am 11. September 2001 in den USA zum Absturz gebrachten vier Flugzeuge schuldig. Motassadeq selbst hatte im jüngsten Prozess erneut seine Unschuld beteuert. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Es gebe keine neuen Beweise, so dass für Montag mit den Plädoyers und möglicherweise schon mit einer Entscheidung zu rechnen sei, hatte der Vorsitzende Richter am Freitag gesagt. In diesem Fall wäre das ursprünglich auf fünf Tage angesetzte Verfahren bereits am zweiten Verhandlungstag beendet.
hen/ddp/AP