Terror-Prozess: Qaida-Häftlinge widersprechen Moussaoui - DER SPIEGEL
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Terror-Prozess Qaida-Häftlinge widersprechen Moussaoui

Im Terrorprozess gegen den Qaida-Anhänger Zacarias Moussaoui hatte dieser ein überraschendes Geständnis abgelegt: Er habe bei den Anschlägen vom 11. September 2001 eines der Flugzeuge steuern sollen, sagte er. Stimmt nicht, widersprachen nun Qaida-Häftlinge.
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Alexandria - Ein hochrangiges Mitglied von al-Qaidas militärischer Gruppe, Saif al-Adl, erklärte, Moussaoui sei "absolut nicht" für die Anschläge vorgesehen gewesen. Ein wichtiges Mitglied der mit al-Qaida in Verbindung gebrachten Gruppe Jemaah Islamiah, Riduan Isamuddin, stellte Moussaoui als dumm dar. Damit widersprachen die derzeit in Haft sitzenden Männer Moussaouis Aussage vom Vortag.

Der Angeklagte hatte am Montag behauptet, er habe am 11. September 2001 ein fünftes Flugzeug entführen und dieses ins Weiße Haus steuern sollen. Nach seiner Festnahme drei Wochen vor den Anschläge habe er das FBI angelogen, um sicher zu stellen, dass der Angriff erfolgreich sein würde. Bei den Anschlägen wurden rund 3000 Menschen getötet.

Bisher hatte Moussaoui erklärt, er habe Teil einer zweiten Anschlagswelle sein sollen. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass Moussaouis Lügen in seinem Polizeiverhör die Anschläge ermöglicht hätten. Dann könnte gegen ihn die Todesstrafe verhängt werden. Moussaoui hat sich bereits schuldig bekannt. Bei dem Verfahren geht es nun noch um die Frage, ob er zum Tode verurteilt wird.

Die al-Qaida-Zeugen widersprachen Moussaouis Darstellungen in schriftlichen Erklärungen, die von der Verteidigung vorgelesen wurden. Die als "feindliche Kämpfer" von den US-Behörden Festgehaltenen durften aus "Gründen der Nationalen Sicherheit" nicht persönlich vor dem Gericht in Alexandria im Bundesstaat Virginia erscheinen.

fok/reuters