Terror-Verdächtiger: Schläfer im Schwarzwald - DER SPIEGEL
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Terror-Verdächtiger Schläfer im Schwarzwald

Der in der Türkei festgenommene mutmaßliche Top-Terrorist Luai Sakra hat zeitweilig unauffällig in Deutschland gelebt. Er war nach SPIEGEL-Informationen im September 2000 als Asylsuchender eingereist.
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Hamburg - Der 31-jährige Syrer steht im Verdacht, Anschläge auf israelische Kreuzfahrtschiffe geplant und an früheren Taten mit Dutzenden Opfern mitgewirkt zu haben. Mit seiner Frau und zwei Kindern bezog er vor fünf Jahren Quartier im baden-württembergischen Schramberg. Sein Asylgesuch wurde jedoch abgelehnt, mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Freiburg scheiterte der Syrer und tauchte im Juli 2001 unter.

Nach wie vor hat er verwandtschaftliche Beziehungen in Deutschland: Zwei Schwestern Sakras heirateten deutsche Islam-Konvertiten, die Brüder Christian und Matthias K., die afghanische Dschihad-Lager besucht haben sollen und in Süddeutschland leben.

Sakra wird verdächtigt, an mehreren Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. So soll er im Jahr 2003 die Istanbuler Attacken vor einer jüdischen Synagoge, dem britischen Konsulat und auf die HSBC-Bank finanziert haben. Damals kamen 60 Menschen ums Leben.

Der Syrer ist auch als enger Weggefährte des Top-Terroristen Abu Musab al-Sarkawi bekannt, der im Irak die Aufständischen dirigiert. Wie Sarkawi wurde Sakra 2002 in Jordanien als mutmaßlicher Unterstützer einer Terrorzelle in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zudem hat er angeblich den syrischen Nachrichtendienst vorab von den Anschlagsplänen für den 11. September 2001 in den USA informiert. Einen Tag vor den Attentaten habe er berichtet, es solle Angriffe mit Flugzeugen geben, ohne jedoch konkrete Ziele zu nennen. Die Information erreichte die USA erst kurz nach den Taten.