Texas richtet Polizistenmörder hin - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Todesstrafe Texas richtet Polizistenmörder hin

Daniel Lopez überfuhr 2009 in Texas einen Polizisten. Jahrelang kämpfte der Mörder dafür, so schnell wie möglich hingerichtet zu werden. Nun ist er exekutiert worden.
Häftling Daniel Lopez: "Mögen wir alle in den Himmel kommen."
Häftling Daniel Lopez: "Mögen wir alle in den Himmel kommen."

Häftling Daniel Lopez: "Mögen wir alle in den Himmel kommen."

Foto: AP/dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Daniel Lopez war auf der Flucht vor der Polizei. Er hatte bereits mehrere Wagen gerammt und Beamte verletzt, als er auf eine weitere Straßensperre im texanischen Küstenort Corpus Christi zusteuerte. Dort stand der erfahrene Polizist Stuart Alexander am Fahrbahnrand.

Ungebremst raste Lopez auf den 47-Jährigen zu, der Beamte flog 53 Meter durch die Luft, so stand es später in Gerichtsdokumenten. Alexander war sofort tot. Lopez fuhr weiter und wurde erst gestoppt, nachdem Polizisten ihn mit zwei Schüssen verletzt hatten. Das war im März 2009.

Ein Gericht in Texas verurteilte den Täter zum Tode. Seither schrieb er mehrfach an Bundesrichter und bat darum, so schnell wie möglich hingerichtet zu werden. Trotzdem hatten Anwälte vor dem Obersten Gericht der USA dafür gekämpft, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Der 27-Jährige sei "offensichtlich schwer psychisch krank", argumentierten sie. Lopez habe sich in der Vergangenheit mehrfach irrational verhalten und habe Suizidgedanken gehabt. Ein psychiatrischer Gutachter hielt den Mann aber für gesund.

Rechtsanwalt David Dow bestritt zudem, dass Lopez den Polizisten vorsätzlich umgebracht habe. Der Verurteilte schrieb noch in der vorigen Woche an die Richter, er wäre "enttäuscht", sollte die Exekution aufgeschoben werden. "Ich habe mein Schicksal angenommen", so Lopez.

Nun ist der Mörder im texanischen Huntsville per Giftspritze getötet worden. Es war die zehnte Hinrichtung in Texas in diesem Jahr und die 19. Exekution landesweit.

"Ich hoffe, diese Hinrichtung hilft meiner Familie und der Familie des Opfers", waren die letzten Worte des Todeskandidaten. "Es tut mir leid, ich liebe euch. Ich bin bereit. Mögen wir alle in den Himmel kommen."

syd/AP/Reuters