Thailand Kinderschänder-Prozess hat begonnen
Bangkok - Im Oktober sollen die ersten Zeugen angehört werden. Der 33-Jährige, der kahlgeschoren und in einer orangefarbenen Gefängnisuniform vor dem Richter stand, wies alle Vorwürfe zurück. Er ist wegen Entführung, Kinderschändung und Kinderpornografie angeklagt. Er soll über Jahre Hunderte Kinder sexuell missbraucht haben.
Staatsanwalt Supachai Kongpraphan zeigte sich zuversichtlich, dass es zu einer Verurteilung kommen werde. Die Staatsanwaltschaft kündigte die Vorlage von 70 Fotos an, die in ihrer Beweiskraft "erdrückend" seien. Der Vater des Opfers tritt als Nebenkläger auf, er fordert umgerechnet 6000 Euro Entschädigung.
Christopher N. wurde im Oktober nach einer weltweiten Internet-Fahndung in Thailand gefasst. Interpol hatte zuvor Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. Spezialisten des Bundeskriminalamts (BKA) war es gelungen, das Gesicht des Mannes zu rekonstruieren, das auf online verbreiteten Fotos digital unkenntlich gemacht worden war. Einige der Opfer des Englischlehrers sollen erst sechs Jahre alt gewesen sein.
Christopher N. reiste laut Interpol jahrelang als Sextourist durch die Welt und unterrichtete an Schulen in Südkorea, Vietnam und Thailand. Vor seiner Zeit in Asien arbeitete er in Kanada als Kaplan in der Jugendarbeit.
Bei dem Prozess in Bangkok geht es um den sexuellen Missbrauch eines neunjährigen Jungen. Er hatte sich an die Polizei gewandt, nachdem er das Foto des Angeklagten im Fernsehen gesehen hatte. Der Junge hat ausgesagt, N. habe ihm im Jahr 2003 zwischen zehn und 20 Dollar für sexuelle Handlungen bezahlt. Die Staatsanwaltschaft will den heute 14-Jährigen im Oktober in den Zeugenstand rufen. Im Falle eines Schuldspruchs drohen N. bis zu 20 Jahre Haft.
han/dpa/AFP