Thüringen: Hauskäufer findet noch zwei Babyleichen - DER SPIEGEL
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Thüringen Hauskäufer findet noch zwei Babyleichen

Ein Hauskäufer in Thüringen hat auf seinem neuen Anwesen zwei weitere tote Säuglinge entdeckt - nachdem er schon vor einer Woche eine Babyleiche auf dem Grundstück gefunden hatte. Die Polizei schließt nicht aus, dass sich noch weitere dort befinden.
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Erfurt - Der neue Besitzer des Anwesens habe die Polizei heute Nachmittag über seinen grausigen Fund informiert, sagte Polizeisprecher Detlef Kasch. Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie Gerichtsmediziner waren noch am späten Nachmittag am Fundort. Die Säuglinge hätten "nicht unter der Erde" gelegen, sagte der Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft, Michael Heß.

Der neue Eigentümer des seit fast zwei Jahren leer stehenden Hauses hatte am Donnerstag vor einer Woche bei Aufräumarbeiten in der Garage die erste stark verweste Babyleiche gefunden - unter einem Berg von Müllsäcken.

Daraufhin hatte die Polizei das Grundstück unter anderem mit einem Leichen-Spürhund abgesucht. Warum die zwei weiteren Leichen dabei nicht entdeckt wurden, konnte die Staatsanwaltschaft nicht erklären. Das Grundstück werde nun weiter untersucht; der Fund weiterer Leichen könne nicht ausgeschlossen werden.

In dem ersten Babyleichen-Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine 21 Jahre alte Gymnasiastin wegen Verdachts auf Totschlag. Das Haus mit Nebengelassen in Thörey bei Gotha hatte früher ihren Eltern gehört. Die Schülerin hatte am vergangenen Freitag gestanden, im April 2005 ein Baby geboren und kurz darauf in einem Müllsack in die Garage des Hauses gebracht zu haben. Den Ermittlungen zufolge wussten weder die Familie noch ihr damaliger Freund von der Schwangerschaft. Nach dem Geständnis war die junge Frau auf eigenen Wunsch in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und am Montag wieder entlassen worden.

Die Todesursache der Säuglinge steht nach Angaben der Ermittler noch nicht fest. Die beiden heute gefundenen Babyleichen sollen nach Polizeiangaben noch in der Nacht obduziert werden.

gro/AP/AFP/ddp/dpa