Baltimore US-Polizist im Fall Freddie Gray freigesprochen
Proteste vor dem Gerichtsgebäude
Foto: Patrick Semansky / APMehr als ein Jahr nach Freddie Grays Tod im Polizeigewahrsam in Baltimore ist ein Polizist in dem Fall freigesprochen worden. Ein Richter befand den 30-Jährigen in allen Anklagepunkten für nicht schuldig. Der Polizist war unter anderem wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden.
Der 25-jährige Gray hatte bei seiner Festnahme am 12. April 2015 so schwere Rückenmarksverletzungen erlitten, dass er ins Koma fiel und eine Woche später starb. Die Beamten sollen den Afroamerikaner an Händen und Füßen gefesselten Afroamerikaner im Polizeitransporter bäuchlings mit dem Kopf nach vorn auf den Boden gelegt und nicht angeschnallt haben.
"Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Angeklagte ein Verbrechen begangen hat", sagte der Richter. Und auch sonst sah er keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten. Der Polizist darf im Dienst bleiben.
Verfahren gegen den Fahrer des Transporters steht noch aus
Insgesamt waren sechs Beamte - drei Weiße und drei Afroamerikaner - wegen des Falles in getrennten Verfahren angeklagt worden. Unter anderem der Prozess gegen den Fahrer des Transporters, der sich wegen Totschlags verantworten muss, steht noch aus.
Der Prozess gegen den ersten Polizisten der beteiligten war im Dezember geplatzt, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Der weiße Polizist war der zweite Beamte, der wegen des Falls vor Gericht gestellt wurde. Der Anwalt des nun freigesprochenen Polizisten äußerte sich erleichtert: "Er ist dankbar, dass dieser Albtraum ein Ende hat", sagte er.
Grays Tod hatte in Baltimore heftige Proteste ausgelöst, auch vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten wieder einige Menschen. Bei den Unruhen im Frühjahr gingen Autos und Gebäude in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Zwischenzeitlich galt in Baltimore eine nächtliche Ausgangssperre und die Nationalgarde wurde in die Stadt geschickt.
Die Stadt Baltimore hatte sich unabhängig davon mit Grays Familie auf eine Entschädigung von 6,4 Millionen Dollar geeinigt.