Todeskandidat: Schwarzenegger lehnt Gnadengesuch ab - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Todeskandidat Schwarzenegger lehnt Gnadengesuch ab

Nur ein gerichtlicher Widerruf könnte die Hinrichtung noch stoppen: Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger hat das Gnadengesuch eines zum Tode verurteilten Mörders abgelehnt. Es gebe keinen Hinweis, dass das Strafmaß "nicht angemessen" ist.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

San Francisco - "Michal Morales' Behauptung, er habe sich verändert, entschuldigt nicht den brutalen Mord und die Vergewaltigung von Terri Winchell", hieß es in einer schriftlichen Erklärung von Arnold Schwarzenegger. Morales sei mit äußerster Brutalität vorgegangen. Er habe die Frau stranguliert, 23 Mal mit einem Hammer auf sie eingeschlagen und mit einem Messer erstochen. Als sie im Sterben lag, habe Morales die Frau vergewaltigt.

Morales' Verteidiger hatten argumentiert, die Hinrichtung ihres Mandanten durch eine Giftspritze sei grausam und von der US-Verfassung nicht zugelassen. Sollte das Todesurteil nicht gerichtlich widerrufen werden, wird der 46-jährige Morales am Dienstag im Staatsgefängnis San Quentin nördlich von San Francisco hingerichtet. Es wäre die dritte Vollstreckung des Todesurteils in Kalifornien innerhalb von drei Monaten. Morales hatte den Mord an der 17-jährigen Winchell im Jahr 1981 begangen.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2003 hat Schwarzenegger noch keinen einzigen Todeskandidaten begnadigt. So lehnte er trotz internationalen Drucks im Dezember das Gnadengesuch des ehemaligen Bandenchefs Stanley "Tookie" Williams ab, der im Gefängnis Kinderbücher gegen Gewalt schrieb und sich gegen Bandenkriminalität engagierte. Einen Monat später verweigerte er einem schwerkranken und im Rollstuhl sitzenden 76-Jährigen die Gnade.

hen/Reuters/AFP