Höchstmarke Georgia richtet achten Gefangenen in diesem Jahr hin
Steven Frederick Spears wollte nicht sterben, aber er wollte auch nicht weiter im Gefängnis leben. Der 54-Jährige legte keine Rechtsmittel gegen die Vollstreckung seiner Todesstrafe ein, und so wurde er am Mittwochabend im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet. Spears hatte 2001 seine Ex-Freundin ermordet und war sechs Jahre später verurteilt worden. Er hatte die Tat gestanden.
Es war die 18. Hinrichtung in den USA in diesem Jahr, die achte in Georgia - kein US-Bundesstaat vollstreckte 2016 mehr Todesurteile. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe vor vier Jahrzehnten wurden in einem Kalenderjahr in Georgia nicht mehr so viele Menschen exekutiert.
Spears verzichtete auf letzte Worte und wollte auch kein Gebet gesprochen bekommen. Einem Psychiater hatte er zuvor gesagt, er wolle nicht weiter in einer kleinen Zelle leben. "Das ist kein Leben. Es ist wie ein Krebs, der jeden Tag einen Teil von mir nimmt."
Anwälte versuchten noch, die Hinrichtung zu verhindern. Im Prozess gegen Spears habe es Verstöße gegen dessen Rechte gegeben, der Verurteilte sei zudem geistig nicht in der Lage, eine Entscheidung über den Verzicht auf Rechtsmittel zu treffen.
Spears bestritt dies jedoch. Die Juristen würden versuchen, ihre Ansichten auf ihn zu übertragen, sagte er dem Psychiater. Auf die Frage nach den Rechtsmitteln sagte er: "Wir sprechen über weitere 10 bis 15 Jahre. Ich mache das nicht. Der Prozess dauert ewig. Das ist es, was falsch läuft in Sachen Todesstrafe. Ich habe weitere 20 Jahre Berufungen." Selbst wenn ein Gericht die Strafe auf lebenslang mit der Chance auf Bewährung umwandle, sei nicht gesichert, dass er jemals freikäme.
Steven Frederick Spears starb durch die Giftspritze im Gefängnis von Jackson, etwa 50 Kilometer südlich von Atlanta. Um 19.30 Uhr Ortszeit am Mittwochabend wurde sein Tod festgestellt.