Todesstrafe Missouri richtet 74-Jährigen hin
Mörder Clayton: Missouris Gouverneur Nixon verweigerte seine Begnadigung
Foto: REUTERS/ Missouri Department of CorrectionBonne Terre - Das Leben des Cecil Clayton hing an einer Richterstimme. Mit 4:3 Stimmen entschied das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Missouri am vergangenen Wochenende dagegen, die Hinrichtung des 74-Jährigen in letzter Minute zu stoppen. Am Dienstagabend wurde Clayton mit einer Giftspritze getötet.
Der Mann hatte 1996 einen Hilfssheriff erschossen und wurde deshalb zum Tode verurteilt. Seine Anwälte kämpften jahrelang gegen die Tötung ihres Mandanten. Sie argumentierten, dass Clayton unzurechnungsfähig sei. Das Oberste Gericht von Missouri sah das anders, der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärte sich für nicht zuständig. Auch Gouverneur Jay Nixon verweigerte die Begnadigung des Verurteilten.
Clayton hatte sich 1972 bei einem Unfall in einem Sägewerk schwer verletzt. Er verlor etwa acht Prozent seines Gehirns, darunter ein Fünftel des Stirnlappens, der die Impulskontrolle und das Urteilsvermögen steuert. Sein Bruder gab an, dass sich Clayton seit dem Unfall radikal verändert habe. Er ließ sich scheiden, wurde alkoholabhängig und gewalttätig.
Der Verurteilte hatte einen Intelligenzquotienten von 71, er konnte lesen wie ein Viertklässler. Seine Anwälte machten geltend, dass psychiatrische Untersuchungen ergeben hätten, dass der Häftling gar nicht begriffen habe, dass er hingerichtet werden soll. Auch habe er die Gründe für seine Verurteilung nicht verstanden.
Einem Verteidiger habe Clayton gesagt, dass Gott ihn in letzter Minute vor der Todesstrafe bewahren werde. Nach seiner Rettung habe er mit einem Piano als evangelikaler Prediger durch die USA ziehen wollen.
Um 21.13 Uhr am Dienstagabend setzten die Scharfrichter die Giftspritze, acht Minuten später stellten sie Claytons Tod fest. Es war die zweite Hinrichtung in Missouri in diesem Jahr. 2014 wurden in dem Bundesstaat zehn Menschen exekutiert - so viele wie nie zuvor.