Todesstrafen vollstreckt Pakistan exekutiert neun verurteilte Mörder
Pakistan: Angehörige trauern in Karachi um den hingerichteten Muhammad Faisal
Foto: Shahzaib Akber/ dpaIslamabad - Sechs Jahre lang galt in Pakistan ein Moratorium für die Todesstrafe. Im Dezember wurde es aufgehoben - und die Behörden begannen sofort mit der Vollstreckung von Todesurteilen: 48 Menschen wurden in den vergangenen Monaten hingerichtet.
In der Provinz Punjab starben jetzt gleich neun verurteilte Straftäter in Folge. Sie wurden gehängt.
Auch Shafqat Hussain droht die Hinrichtung. Er war vor elf Jahren als 14-Jähriger wegen Mordes angeklagt worden, sein Geständnis soll unter Folter zustande gekommen sein. "Er wurde mit Zigaretten verbrannt und mit Elektroschocks gequält", sagte sein Bruder Manzoor. "Niemand kann sich vorstellen, was er durchgemacht hat."
Laut Gesetz darf die Todesstrafe nicht vollstreckt werden, wenn der Verurteilte zum Tatzeitpunkt jünger als 18 war. Auch sind unter Folter entstandene Zeugenaussagen unzulässig. Die Nichte der 2007 ermordeten ehemaligen Premierministerin Benazir Bhutto, Fatima Bhutto, hat sich jetzt des Falls Shafqat Hussain angenommen. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan hat eine Prüfung des Falls angekündigt, den Verwandten zufolge ist aber noch nichts passiert.
Die pakistanische Regierung hatte die Todesstrafe nach einem Taliban-Anschlag auf eine Schule in Peshawar zunächst für Terrorfälle wieder eingeführt. Bei dem Angriff waren 154 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Schüler. Am Dienstag vergangener Woche wurde das Moratorium dann vollständig aufgehoben, betroffen sind nun alle zum Tod verurteilten Häftlinge.
Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und Menschenrechtsorganisationen haben die Aufhebung des Moratoriums für die Todesstrafe verurteilt.