Todesstrafe: Schwarzenegger verweigert blindem Greis die Gnade - DER SPIEGEL
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Todesstrafe Schwarzenegger verweigert blindem Greis die Gnade

Er ist blind, taub und sitzt im Rollstuhl: Trotzdem kann der 75-jährige Todeskandidat Clarence Ray Allen nicht auf Gnade hoffen. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger lehnte eine gerichtliche Anhörung für ein entsprechendes Gesuch ab.
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Los Angeles - Weil Allen schuldig befunden wurde, aus seiner Zelle im staatlichen Gefängnis von Folsom drei Morde in Auftrag gegeben zu haben, während er eine lebenslange Haftstrafe absaß, soll er am 17. Januar exekutiert werden. Damit wäre er der zweitälteste Mann, der nach Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA hingerichtet wird. Im Dezember war im US-Bundesstaat Mississippi ein 77-jähriger Strafgefangener getötet worden.

Allens Anwälte hatten Schwarzenegger gebeten, ihren Klienten im Gefängnis sterben zu lassen. Sie betonten, der zuckerkranke Gefangene sei extrem geschwächt, seit er im September einen fast tödlichen Herzschlag erlitten hatte. Einen blinden, alten und verkrüppelten Mann in die Hinrichtungskammer zu rollen, käme einem "bizarren Spektakel gleich, welches das Gewissen erschüttern und die elementaren Regeln menschlichen Anstands beleidigen würde", so die Juristen.

Die Strafverteidiger sind der Meinung: Allen stellt für niemanden mehr eine Gefahr dar. Der Generalstaatsanwalt hingegen hatte erklärt, gerade Allens Verbrechen zeigten, dass er selbst im Gefängnis noch eine Bedrohung bedeute.

Der heute hinfällige Gefängnisinsasse war einst Geschäftsmann, bevor er zum Chef einer Diebesbande in San Joaquin Valley "aufstieg". 1977 verurteilte ihn ein Gericht zu lebenslanger Haft, weil er drei Jahre zuvor einen Killer beauftragt hatte, die Freundin seines Sohnes zu töten. Die Frau starb.

Während er seine Haftstrafe verbüßte, ordnete Allen im Jahre 1980 acht weitere Morde an - unter anderem an Zeugen der Anklage aus dem ersten Verfahren. Der damalige Auftragsmörder, Billy Ray Hamilton, tötete drei der anvisierten Opfer und sitzt heute ebenfalls in der Todeszelle.

Mit der Entscheidung Schwarzeneggers steigt die Zahl der in seiner Amtszeit abgelehnten Gnadengesuche auf insgesamt vier. Todeskandidat Kevin Copper ging nach Ablehnung einer Anhörung 2004 erfolgreich vor ein US-Bundesgericht und erlangte einen Strafaufschub. Donald Beardslee wurde im vergangenen Januar hingerichtet. Der geläuterte Bandenchef, Buchautor und Nobelpreis-Anwärter Stanley "Tookie" Williams starb am 13. Dezember durch eine Giftinjektion.