Tödlicher Brand in griechischer Bank Manager müssen viele Jahre in Haft
Polizei- und Löschkräfte 2011 vor der Marfin-Bank in Athen
Foto: IAKOVOS CHATZISTAVROU/ APAthen - Am 5. Mai 2010 versammelten sich erboste Griechen in Athen zur einer Großdemonstration gegen das gerade geschnürte Sparpaket der Regierung Papandreou. Dabei ging die Marfin-Bank in der Stadiou-Straße in Flammen auf. Drei Angestellte erstickten im Rauch, bevor die Feuerwehr eintraf, darunter eine schwangere Frau. Nun hat ein Gericht in Athen drei Manager des Geldinstituts wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen und Körperverletzung in 21 Fällen zu Haftstrafen verurteilt.
Der damalige Vorstandsvorsitzende und der Sicherheitsbeauftragte erhielten jeweils zehn Jahre; die Filialleiterin bekam fünf Jahre und einen Monat. Die stellvertretende Filialleiterin wurde griechischen Zeitungen zufolge freigesprochen.
Die Beschuldigten hätten "das Ergebnis voraussehen und abwenden können, trafen aber keinerlei Maßnahmen zum Brandschutz oder zur Evakuierung des Gebäudes", so die Staatsanwaltschaft. Obwohl die Filiale in der Vergangenheit wiederholt das Ziel von Brandanschlägen gewesen sei, habe es weder einen hinreichenden Brandschutz noch einen Notfallplan, ja nicht einmal ein Brandschutz-Zertifikat der Feuerwehr gegeben.
Die Brandverursacher konnten bisher nicht gefunden werden.