Tötung eines Irakers US-Soldat muss 18 Monate ins Gefängnis
Fort Knox - Corporal Dustin Berg hatte den irakischen Polizisten Hussein Kamel Hadi Dawood al-Zubeidi erschossen und sich dann mit dessen AK-47-Maschinengewehr selbst in den Bauch gefeuert, um die tödlichen Schüsse als Notwehr verschleiern zu können.
Seine Sicht der Dinge hatte Berg während der Ermittlungen mehrfach unterschiedlich dargestellt. Zuerst hatte er ausgesagt, der Iraker habe sein Gewehr auf ihn gerichtet, weil er Berg davon habe abhalten wollen, Rebellenaktivitäten zu melden. "Ich dachte, ich müsste sterben", hatte Berg berichtet. "Ich dachte, ich könnte nur noch um mein Leben fürchten."
Die neueste Aussage klingt anders. "Ich hätte ihn nicht automatisch als Bedrohung begreifen sollen", sagte der Angeklagte gestern bei der Verhandlung. "Ich habe die Situation falsch gedeutet." Das liege daran, dass irakischen Polizisten ihre Waffen immer mit leicht nach oben geneigtem Lauf zu tragen pflegten, sagte Berg. Er gab zu, sich selbst angeschossen zu haben, um Fragen aus dem Weg zu gehen. Zeugen gab es nicht.
Berg - frisch verheiratet, das Paar erwartet ein Baby - muss nun wegen fahrlässiger Tötung 18 Monate in Haft. Aus der Armee wurde er unehrenhaft entlassen. Ihm drohte eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren.
Vor US-Militärgerichten wurden bereits mindestens zwölf Fälle verhandelt, in denen amerikanische Soldaten bezichtigt wurden, irakische Zivilisten getötet zu haben. Acht US-Soldaten wurden inzwischen verurteilt oder sich schuldig bekannt.