Messerangriff in Tokio Mann tötet Influencerin während Livestream
Ermittler am Tatort in Shinjuku im Westen Tokios
Foto:AP
Am Dienstagmorgen gegen 9.50 Uhr war die Influencerin Airi Sato in einem Wohngebiet von Tokio für einen Livestream unterwegs. Völlig unvermittelt wurde sie von einem Mann angegriffen. Mit einer 13 Zentimeter langen Klinge soll der Tatverdächtige Dutzende Male auf die 22-Jährige eingestochen haben. Er traf sie an Kopf, Hals und Bauch und verletzte sie so schwer, dass sie wenig später starb.
Die Zuschauer des Livestreams wurden Zeugen, wie die Influencerin plötzlich um Hilfe schrie, wie ihre Smartphonekamera dunkel wurde und nur noch Sirenen im Hintergrund zu hören waren.
Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort verhaftet, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Bei dem 42-Jährigen soll es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Follower der Influencerin handeln, der seit mehreren Jahren regelmäßig ihre Videos anschaute. Aufgrund des zuvor angekündigten Livestreams sei es ihm gelungen, seinem Opfer gezielt aufzulauern.
Tatmotiv unbezahlte Schulden?
Als Tatmotiv gab der Mann an, Airi Sato zwei Millionen Yen (umgerechnet rund 12.350 Euro) geliehen zu haben, das Geld jedoch nie zurückerhalten zu haben. Derzeit prüft die Polizei die Korrektheit der Angaben.
Wurde der 42-Jährige zunächst noch des versuchten Mordes beschuldigt, geht die Polizei nach seiner Festnahme von Mord aus. Der Tatverdächtige selbst bestreitet, dass er geplant habe, die junge Frau zu töten.
Es war nicht der erste Mord an einer Streamerin in Japan. Vor zwei Jahren verurteilte ein Gericht in einem Vorort von Tokio einen 26-Jährigen zu 17 Jahren Gefängnis, weil er eine 33-jährige Influencerin erstochen hatte. Offenbar hatte sie kurz zuvor eine Beziehung mit ihm beendet.