Totes Kleinkind: Polizei nimmt Freund der Mutter fest - DER SPIEGEL
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Totes Kleinkind Polizei nimmt Freund der Mutter fest

Ein 20 Monate alter Junge aus Wolgast ist nach einer mutmaßlichen Misshandlung an seinen schweren Verletzungen gestorben. Die Polizei nahm nun den Freund der Mutter fest - wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge.
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Wolgast/Anklam - Der 20 Monate alte Junge war am Freitag vergangener Woche mit schweren Kopfverletzungen in das Greifswalder Klinikum eingewiesen worden. Nachdem er für hirntot erklärt worden war, schalteten die Ärzte am Mittwoch die lebenserhaltenden Geräte ab.

Nun nahm die Polizei einen 48-jährigen Mann aus Ostvorpommern als Tatverdächtigen fest: den Freund der Mutter des toten Kindes. Gegen ihn werde wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder auch Totschlags ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund am Donnerstag. Der Tatvorwurf hänge vom gerichtsmedizinischen Gutachten ab.

Der Mann hatte am Freitag auf den kleinen Jungen und dessen ältere Schwester aufgepasst, die Mutter war nicht zu Hause. Der Aussage des Mannes zufolge erlitt das Kleinkind einen Anfall von Atemnot. Daraufhin habe er es reanimieren wollen und es dabei verletzt.

Laut Staatsanwaltschaft widerlegt ein Obduktionsgutachten die Angaben des Mannes jedoch. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind an Einwirkungen stumpfer Gewalt starb. Der Körper des Jungen war mit Blutergüssen übersät. Der Mann hatte den Notarzt selbst gerufen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft Stralsund Anklage gegen einen 20-jährigen Wolgaster erhoben, der vor einem Jahr seine damals acht Wochen alte Tochter so schwer misshandelt haben soll, dass zeitweise Lebensgefahr bestand. Neben inneren Verletzungen hatte das Mädchen auch mehrere teilweise offene Knochenbrüche erlitten.

siu/dpa/apn