Steuerhinterziehung Hoeneß tritt Haftstrafe an
Uli Hoeneß: Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung
Foto: Sven Hoppe/ dpaHamburg - Uli Hoeneß hat an diesem Montag seine Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung in der JVA Landsberg am Lech angetreten. Das teilten seine Anwälte mit.
Hoeneß war im März wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seine Selbstanzeige vom Januar 2013 wertete das Gericht als unzureichend. Einen Tag nach dem Urteilsspruch erklärte Hoeneß, er werde die Haftstrafe akzeptieren und auf eine Revision verzichten. Daraufhin ließ auch die Staatsanwaltschaft die Revision fallen. Hoeneß trat als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern zurück - kündigte aber Anfang Mai auf der Jahreshauptversammlung des Klubs seine Rückkehr an. "Das war's noch nicht", sagte Hoeneß damals.
Der 62-Jährige hatte beantragt, die Haft in einem anderen Gefängnis als Landsberg absitzen zu können. Er sah seine Privatsphäre verletzt, weil die Justiz Ende März mehr als 150 Journalisten die dortige JVAgezeigt hatte. Außerdem befürchtete Hoeneß, dass Mithäftlinge oder Justizbeamte Details ausplaudern könnten. Der Antrag wurde aber offensichtlich abgewiesen.
Zunächst muss Hoeneß seine Strafe im geschlossenen Vollzug absitzen. Der offene Vollzug beginnt üblicherweise 18 Monate vor dem voraussichtlichen Haftende. Hoeneß könnte bei guter Führung nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe entlassen werden, also nach zwei Jahren und vier Monaten. Zieht man davon 18 Monate ab, dürfte Hoeneß bereits im kommenden Frühjahr mit spürbar gelockerten Haftbedingungen rechnen. Ausgang, Urlaub und Freigang würden dazugehören. Freigänger kehren abends in die Zelle zurück. Tagsüber gehen sie in relativer Freiheit einer geregelten Arbeit nach.