Universität Duisburg-Essen: Uni-Noten manipuliert – Angeklagte zu mehrjähriger Haft verurteilt - DER SPIEGEL
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Bestechungsskandal Uni-Noten manipuliert – Angeklagte zu mehrjähriger Haft verurteilt

Eine ehemalige Sachbearbeiterin der Universität Duisburg-Essen verhalf Studierenden gegen Geld zu besseren Noten. Dafür ist sie nun verurteilt worden, ebenso wie ihr Komplize.
Gerichtsgebäude in Essen
Gerichtsgebäude in Essen

Gerichtsgebäude in Essen

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Nach einem Bestechungsskandal an der Universität Duisburg-Essen sind eine ehemalige Angestellte und ein früherer Student zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Essener Landgericht verurteilte die 42 Jahre alte Angeklagte zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Gegen den 39 Jahre alten Mitangeklagten wurden drei Jahre Haft verhängt.

Die Angeklagten hatten gestanden, zwischen 2017 und 2021 die Noten von mindestens 35 Studierenden gegen Geldzahlungen manipuliert zu haben – teils in zahlreichen Fällen. Dafür haben sie laut Urteil mehr als 90.000 Euro kassiert. Den Angaben zufolge mussten die Studierenden bis zu 900 Euro zahlen, um eine nicht bestandene Prüfung im universitätseigenen IT-System als bestanden eintragen zu lassen. Wer mehr als eine 4,0 wollte, musste demnach noch etwas drauflegen: 50 Euro pro 0,3-Notenschritt.

»Vertrauen der Öffentlichkeit in staatliche Prüfungsverfahren erschüttert«

Möglich waren die illegalen Machenschaften offenbar, weil die ehemalige Sachbearbeiterin unkontrollierten Zugang zu den Prüfungsergebnissen der Studierenden hatte und diese am Computer problemlos verändern konnte. Ihr mitangeklagter Komplize soll laut Urteil den Kontakt zu den Studierenden gesucht und die Geldzahlungen und Notenwünsche entgegengenommen haben.

»Durch die Taten der Angeklagten ist das Vertrauen der Öffentlichkeit in staatliche Prüfungsverfahren erschüttert worden«, sagte Richterin Friederike Sommer bei der Urteilsbegründung der 1. Strafkammer des Essener Landgerichts.

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Nach Bekanntwerden der Vorwürfe waren umfangreiche Ermittlungen angelaufen. Die nun Verurteilte ist im Sommer 2023 aus dem Dienst entlassen worden. Die Studierenden, die sich ihre Noten erkauft hatten, sind laut Staatsanwaltschaft inzwischen zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt worden. Außerdem sollen ihnen Prüfungsleistungen oder Abschlüsse nachträglich wieder aberkannt worden sein.

Die Urteile gegen die ehemalige Sachbearbeiterin und den früheren Studenten lauten auf Bestechlichkeit und Bestechung. Sie sind noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagten selbst hatten auf Bewährungsstrafen gehofft.

wit/dpa

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