Unschuldig verurteilt: Mann bekommt 10 Millionen Dollar Entschädigung - DER SPIEGEL
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16 Jahre in Haft Unschuldig Verurteilter bekommt zehn Millionen Dollar Entschädigung

16 Jahre lang saß der Afroamerikaner Jabbar Collins im Gefängnis - bis er entdeckte, dass es in seinem Mordprozess nicht mit rechten Dingen zuging. Jetzt hat er sich mit der Stadt New York auf eine Millionenentschädigung geeinigt.
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New York - Fast zwei Jahrzehnte nach seiner unrechtmäßigen Verurteilung wegen Mordes bekommt ein Mann aus New York zehn Millionen Dollar Entschädigung. Die Summe wurde in einem Vergleich festgelegt, mit dem ein Rechtsstreit zwischen dem 42-jährigen Jabbar Collins und der Stadt New York beigelegt wurde. Das teilte Collins' Anwalt mit. Durch eine ähnlich außergerichtliche Einigung hatte Collins zuvor bereits drei Millionen Dollar vom Bundesstaat New York erhalten.

Der Afroamerikaner war im März 1995 im Alter von 21 Jahren zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Manhattan sah es damals als erwiesen an, dass Collins im Februar 1994 einen Rabbi im Stadtteil Brooklyn getötet hatte. Das Gericht stützte sich hauptsächlich auf Aussagen von Zeugen. Diese hatten angegeben, Collins' Flucht vom Tatort beobachtet zu haben.

2010 wurde Collins freigesprochen - nach insgesamt 16 Jahren im Gefängnis. Während der Haft hatte er als Autodidakt Jura gelernt und herausgefunden, dass einer der Zeugen seine Aussage noch vor dem Prozess zurückgezogen hatte. Collins' Verteidiger war darüber aber nicht informiert worden. Als der vermeintliche Mörder auf weitere Unregelmäßigkeiten stieß, legte er Beschwerde gegen seine Verurteilung ein. Bundesrichterin Dora Irizarry hob das Urteil schließlich auf und bezeichnete das Verhalten der Ankläger als "beschämend".

Jabbar Collins: Millionenzahlung "bittersüß"

In der Folge hatte Collins laut "Wall Street Journal" mehrere Angehörige der Staatsanwaltschaft und der Polizei wegen Verletzung seiner Bürgerrechte angezeigt . Ein Prozess war für Oktober angesetzt, schließlich kam es aber zu der außergerichtlichen Einigung.

Die insgesamt 13 Millionen Dollar Entschädigung bezeichnete Collins der Zeitung gegenüber als "bittersüß". Er wolle jetzt Urlaub machen und mit seinen drei Kindern im Alter von 22 bis 26 Jahren verreisen. Collins hat laut "Wall Street Journal" bislang noch nie die Vereinigten Staaten verlassen - jetzt wolle er "irgendwo in die Tropen".

Für die Stadt New York ist der Fall in diesem Jahr bereits die zweite spektakuläre Entschädigung für einen Justizirrtum. Erst im Juni hatte sie sich mit fünf schwarzen und hispanischen Männern auf die Zahlung von insgesamt 40 Millionen Dollar geeinigt. Die Männer waren irrtümlich wegen der Vergewaltigung einer weißen Investmentbankerin im Central Park verurteilt worden.

rls/AFP