Urteil Fußballer-Entführer muss hinter Gitter
Stuttgart - Das Landgericht Stuttgart verurteilte den Mann heute wegen schwerer räuberischer Erpressung, erpresserischen Menschenraubs, räuberischen Angriffs und Körperverletzung zu einer Jugendstrafe. Er muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.
Der 19-Jährige hatte gestanden, am 6. Juli dem Ex-Profi des VfB Stuttgart, Karl Allgöwer, in einer Tiefgarage in Stuttgart aufgelauert zu haben. Allerdings sei Allgöwer ein Zufallsopfer gewesen, sagte der Angeklagte. Mit einer Waffe zwang er den 49-Jährigen, ihn aus der Stadt zu fahren. Auf einem Parkplatz fesselte er ihn, nahm ihm 150 Euro ab und verlangte von Allgöwer die PIN-Nummer seiner EC-Karte - vergeblich. Dann drohte der Entführer, sein Opfer zu erschießen. Nach drei Stunden ließ er sich wieder in die Stadt zurückfahren und flüchtete. Allgöwer rief die Polizei, die den Entführer kurz darauf festnahm.
Als Motiv für die Tat gab der 19-Jährige vor Gericht Geldsorgen an. Um die Waffe kaufen zu können, hatte er sein Handy verkauft und sich zusätzlich Geld von einem Freund geliehen. Karl Allgöwer erinnerte sich in seiner Zeugenaussage, er habe damit gerechnet, erschossen zu werden, "ich hatte schon mit meinem Leben abgeschlossen". Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.
Der Täter bat währenddessen um eine neue Chance für seine Zukunft: "Ich würde gerne mein Leben noch mal von vorne beginnen." Vor einigen Tagen hatte er Allgöwer einen Entschuldigungsbrief geschrieben.
sön/dpa