US-Bundesstaat Washington: Gouverneur setzt Todesstrafe aus - DER SPIEGEL
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US-Bundesstaat Washington Gouverneur setzt Exekutionen aus

Im US-Bundesstaat Washington wird es keine Hinrichtungen mehr geben - zumindest solange der demokratische Gouverneur Jay Inslee im Amt ist. "Es gibt zu viele Zweifel an der Todesstrafe", begründete er seine Entscheidung für ein Moratorium.
Gouverneur Jay Inslee: "Zu viele Zweifel an der Todesstrafe"
Gouverneur Jay Inslee: "Zu viele Zweifel an der Todesstrafe"

Gouverneur Jay Inslee: "Zu viele Zweifel an der Todesstrafe"

Foto: Rachel La Corte / AP / dpa
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Olympia - Der Gouverneur des US-Bundesstaates Washington hat angekündigt, die Anwendung der Todesstrafe auszusetzen. Er hoffe, damit landesweit unter Behördenvertretern "die zunehmende Diskussion über die Todesstrafe zu unterstützen", sagte Jay Inslee, der seit Januar 2013 im Amt ist.

Er habe nach intensiven Gesprächen mit Staatsanwälten, Strafverfolgungsbehörden und Familien von Kriminalitätsopfern den Entschluss gefasst. Das Moratorium soll so lange gelten, wie er im Amt ist.

Der Demokrat gilt als progressiv, sprach sich in der Vergangenheit etwa gegen den Irak-Krieg aus. "Es gibt zu viele Zweifel an der Todesstrafe, zu viele Fehler im heutigen System", so Inslee. "Und es steht zu viel auf dem Spiel, um ein so unperfektes System hinzunehmen." Die Todesstrafe werde widersprüchlich und uneinheitlich verhängt.

Praktisch wird es so aussehen, dass der Gouverneur einen Vollstreckungsaufschub anordnet, der keine Begnadigung ist und auch das Todesurteil nicht aufhebt. Die Verurteilten werden einfach im Gefängnis bleiben, anstatt getötet zu werden. "Während meiner Amtszeit werden wir keine Menschen hinrichten", sagte Inslee.

Seit 1904 wurden im US-Bundesstaat Washington 78 Männer exekutiert. Derzeit warten neun Verurteilte auf die Vollstreckung des Todesurteils. Die vorerst letzte Hinrichtung wurde im September 2010 vollzogen, als der verurteilte Mörder Cal Coburn Brown per Giftspritze getötet wurde.

Inslee folgt dem Beispiel des Nachbarstaates Oregon, wo bereits 2011 ein vergleichbares Moratorium durchgesetzt wurde. Insgesamt haben 18 US-Bundesstaaten Abstand von der Todesstrafe genommen - aus moralischen, aber auch aus praktischen Gründen. Das 26 Minuten dauernde Sterben des Mörders Dennis McGuire in Ohio hatte die Debatte über die Todesstrafe erneut angeheizt. Der Giftcocktail war ohne das vorgeschriebene Barbiturat Pentobarbital angemischt worden - wegen Lieferschwierigkeiten.

In 32 der 50 US-Bundesstaaten sehen Gesetze die Todesstrafe für schwere Verbrechen vor. Seit der Oberste Gerichtshof die Strafe 1976 wieder zuließ, wurden nach Angaben des US Death Penalty Information Centers 1362 Todesurteile vollstreckt.

ala/AP