USA: Freispruch für Polizisten - DER SPIEGEL
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Gewalt gegen Afroamerikaner 137 Schüsse, Verdächtige tot, Polizist wird freigesprochen

Es war ein Kugelhagel im Wortsinn: Dutzende Schüsse trafen ein Auto, in dem zwei Afroamerikaner aus dem US-Bundesstaat Ohio saßen und vor der Polizei flüchteten. Einer der Schützen in Uniform wurde nun vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen.
Windschutzscheibe nach einer Verfolgungsjagd: Polizist sprang auf die Motorhaube und schoss
Windschutzscheibe nach einer Verfolgungsjagd: Polizist sprang auf die Motorhaube und schoss

Windschutzscheibe nach einer Verfolgungsjagd: Polizist sprang auf die Motorhaube und schoss

Foto: Aaron Josefczyk / REUTERS
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Ein Gericht im US-Staat Ohio hat den weißen Polizisten Michael Brelo freigesprochen, der 2012 nach einer Verfolgungsjagd auf zwei unbewaffnete Afroamerikaner in ihrem Auto schoss. Die Anklage wegen Totschlags lasse sich nicht aufrechterhalten, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Beamte war einer von 13 Polizisten, die an der Verfolgungsjagd beteiligt waren. Der heute 31-Jährige sei, nachdem das Auto zum Stehen gekommen war, auf die Motorhaube gesprungen und habe 15 Mal durch die Windschutzscheibe geschossen. Insgesamt gab er 49 Schüsse ab. Die anderen beteiligten Polizisten feuerten 88 Mal auf den Wagen. Die Insassen Timothy Russell und Malissa Williams kamen in dem Kugelhagel ums Leben. Bei einer anschließenden Untersuchung stellte sich heraus, dass im Wagen keine Waffen waren.

Das Gericht sah dem Polizisten Brelo nach, dass er nicht habe wissen können, dass der Mann und die Frau unbewaffnet gewesen seien.

Unmittelbar nach dem Urteilsspruch protestierten zahlreiche Menschen vor dem Gerichtsgebäude in Cleveland. Sie riefen: "Keine Gerechtigkeit - kein Friede". Sie blockierten vorübergehend einen Highway und brachten den Verkehr in beiden Richtungen zum Erliegen. Beobachter befürchteten, dass es erneut zu Unruhen wegen Polizeigewalt kommen könnte.

Bevor er sein Urteil verkündete, sagte der Richter, ihm seien die jüngsten Proteste in Ferguson und Baltimore wohl bewusst. Er werde den Polizisten jedoch nicht einer wütenden Öffentlichkeit "opfern", wenn die Beweise nicht für eine Verurteilung ausreichten.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es in mehreren US-Städten teils gewalttätige Proteste gegeben, nachdem weiße Polizisten unbewaffnete Schwarze erschossen hatten oder diese nach Gewalt in Polizeigewahrsam ums Leben kamen. Im November vergangenen Jahres wurde in der Stadt im Norden der USA ein zwölfjähriger Schwarzer erschossen, der auf einem Spielplatz mit einer Waffenattrappe spielte. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern noch an.

In zwei Fällen von Polizeigewalt entschied eine sogenannte Grand Jury, dass sich der jeweilige Polizist nicht dafür verantworten muss.

loe/dpa/AP