USA Gewaltwelle in New Orleans
New Orleans - Die Gouverneurin des US-Staates Louisiana, Kathleen Blanco, kündigte die Entsendung von Nationalgardisten und Staatspolizisten in die Metropole am Golf von Mexiko an. Sie folgte damit einem Antrag von Bürgermeister Ray Nagin, der 300 Nationalgardisten und 60 Staatspolizisten angefordert hatte. Diese sollen die örtlichen Kräfte unterstützen.
Grund ist die wachsende Kriminalität. Gab es in den ersten drei Monaten des Jahres 17 Morde, so waren es seit April schon 36. Erst am Wochenende verzeichnete die Polizei eine erneute Gewaltwelle. So waren am Samstag fünf Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren bei einer Autofahrt erschossen worden, ferner wurde ein Mann bei einem Streit um Bier erstochen.
Blanco bezeichnete den Tod der Jugendlichen als "schockierend". Sie werde alles unternehmen, solche Taten in Zukunft zu verhindern. "Wenn uns der Wind nicht fertig macht, dann sind es Schützen, und das ist einfach inakzeptabel", fügte Oliver Thomas, der Präsident des Stadtrats, hinzu.
Die Nationalgarde hatte sich nach dem Hurrikan "Katrina" im vergangenen August an den Aufräumarbeiten in New Orleans beteiligt, war jedoch Anfang Januar wieder abgezogen worden. Plünderer waren nach dem Sturm wochenlang durch die Straßen der Stadt gezogen, fast eine halbe Million Menschen flohen vor den Überschwemmungen. Manche Viertel sind bis heute verlassen. Blanco ermahnte die Eltern von New Orleans, ihre Kinder "von der Straße zu holen und von Ärger fernzuhalten". Zum Schutz der Bürger müssten Richter mit aller Härte gegen Kriminelle vorgehen, forderte sie.
aki/AP/AFP