USA: Mann gesteht Mord - und wird mit Pizza belohnt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

USA Mann gesteht Mord - und wird mit Pizza belohnt

Ungewöhnliche Abmachung: Ein 33-jähriger New Yorker hat einen Mord gestanden, im Gegenzug bekommt er im Gefängnis anstatt des üblichen Knastmenüs Pizza und Brathähnchen. Der Richter ließ sich auf diesen Tauschhandel ein - aus Kostengründen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Portland - Wenn schon lebenslänglich ins Gefängnis, dann wenigstens bei guter Kost: das dachte sich offenbar ein 33-Jähriger aus New York, der wegen Mordes angeklagt war. Der Angeklagte schlug dem Richter einen Kompromiss vor. Er plädiere auf schuldig, wenn er während seiner Haft anstatt des normalen Gefängnisessens eimerweise Brathähnchen und Pizza bekommt.

Der Richter ließ sich auf diesen Kuhhandel ein - bis zur Urteilsverkündung sollte der Häftling Brathähnchen, Krautsalat und Kuchen in seiner Zelle serviert bekommen. Nach der Urteilsverkündung erwarte ihn dann Teil zwei der Abmachung, sagte sein Rechtsanwalt: Pizza, Lasagne und Eiscreme.

Der Angeklagte wollte sich als Eisverkäufer selbstständig machen, dafür hatte der Mann aus New York für 18.000 Dollar einen Lkw in Portland (US-Bundesstaat Oregon) gekauft. Doch dann habe es sich der Möchtegern-Eisverkäufer anders überlegt - er wollte den Wagen wieder loswerden. Eine Reklamation war jedoch nicht möglich, der Händler wollte den Lkw nicht zurücknehmen. Aus Ärger darüber habe der enttäuschte Käufer einen Mitarbeiter des Lkw-Händlers erschossen.

Der 33-Jährige gestand die Tat und wurde nun zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er soll jeden Tag seine Leibspeisen bekommen. Richter Eric Bergstrom rechtfertigte seine Entscheidung pragmatisch: Durch diese Abmachung spare man die Kosten und den Aufwand für ein langes Gerichtsverfahren sowie eine mögliche Berufung.

ayd/AP