USA: Vier in Boilerraum eingesperrte Behinderte befreit - DER SPIEGEL
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USA Vier in Boilerraum eingesperrte Behinderte befreit

Es gab weder Licht noch eine Toilette: Vier Behinderte sind aus einem Kellerraum in Philadelphia befreit worden. Sie waren dort offenbar mehrere Tage gefangen. Die Polizei hat vier Personen festgenommen - sie sollen die staatliche Unterstützung der Opfer kassiert haben.
Boilerraum als Gefängnis: Verdächtige sollen vier Menschen eingesperrt haben
Boilerraum als Gefängnis: Verdächtige sollen vier Menschen eingesperrt haben

Boilerraum als Gefängnis: Verdächtige sollen vier Menschen eingesperrt haben

Foto: Ron Cortes/ AP
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Washington - Der Vermieter hat im Keller eines Hauses in Philadelphia vier geistig behinderte Menschen entdeckt, die dort in einem Raum eingesperrt waren. Die Personen wurden befreit, die Polizei nahm vier Verdächtige fest, darunter eine 32-Jährige. Sie soll zusammen mit ihrer Mutter, 51, und zwei Männern die vier Erwachsenen festgehalten haben, um deren staatliche Behindertenunterstützung abzukassieren.

Nach Angaben des "Philadelphia Inquirer" sollen sich die vier mutmaßlichen Täter unter anderem wegen Entführung, Freiheitsberaubung und schwerer tätlicher Angriffe verantworten. Die 51-Jährige wird demnach verdächtigt, die Hauptdrahtzieherin gewesen zu sein.

Die Behinderten wurden in einem von außen verschlossenen verschmutzten Boilerraum gefunden, in dem es weder Licht noch eine Toilette gab. Eines der Opfer soll an ein Rohr gekettet gewesen sein.

Die Opfer sind nach Polizeiangaben eine 29-jährige Frau und drei Männer im Alter von 31, 35 und 41 Jahren. Den Behörden zufolge könnten die Opfer eine Woche in dem etwa viereinhalb mal drei Meter großen Raum gefangen gewesen sein. Ein Polizeisprecher sagte, sie hätten viele wunde Stellen und "Verletzungen, die sehr, sehr schwierig zu beschreiben sind", gehabt. Sie seien unterernährt gewesen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Inzwischen habe sich ihr Zustand stabilisiert.

Behörden bringen zehn Kinder in Sicherheit

Wie es weiter hieß, könnte sich der Fall noch ausweiten. Demnach stieß die Polizei in der Wohnung der 51-Jährigen auf 50 Personalausweise. Die Polizei vermute daher, dass das Komplott zur Ausbeutung hilfsbedürftiger Menschen großangelegt gewesen sei und sich über Jahre hinweggezogen haben könnte.

Dem "Inquirer" zufolge brachte die Polizei außerdem zehn Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 19 Jahren in Sicherheit, die sich anscheinend in der Obhut der Hauptverdächtigen befanden. Sie hätten Zeichen von Unterernährung und Misshandlung aufgewiesen. Eine der Jugendlichen sei eine seit 2009 als vermisst geltende Nichte der mutmaßlichen Anführerin des Komplotts.

Derzeit liefen Untersuchungen, um die Kinder zu identifizieren, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania. Es sei nicht auszuschließen, dass einige der Kinder entführt worden seien. Auch sei es möglich, dass einige Kinder von einer der gefangen gehaltenen Frauen zur Welt gebracht wurden.

Das Haus im Nordosten der Stadt ist laut CNN ein ehemaliges Kino. Es wurde inzwischen in ein Gebäude mit sieben Wohnungen umgebaut.

ulz/dpa/AFP