Verbrechen: Carolin wurde doch vergewaltigt - DER SPIEGEL
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Verbrechen Carolin wurde doch vergewaltigt

Die Polizei hat neue Erkenntnisse über den Mord an der 16-jährigen Carolin aus Graal-Müritz. Wie sich mittlerweile herausstellte, wurde das Mädchen anders als bislang angenommen Opfer eines Sexualdelikts. Eine DNA-Analyse ergab, dass an der Leiche gefundene Spermaspuren von dem verhafteten Tatverdächtigen stammten.
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Rostock - Unmittelbar nach dem Auffinden der Toten war die Staatsanwaltschaft zwar von einem sexuellen Hintergrund der Tat ausgegangen, aber noch nicht von einer vollzogenen Vergewaltigung. Jetzt bestätigte der Rostocker Oberstaatsanwalt Holger Evermann die neuen Erkenntnisse der Ermittler. Bereits gestern war bekannt geworden, dass am Tatort in der Rostocker Heide eine Zigarettenkippe und eine Jogginghosen-Kordel mit DNA-Spuren des 29-jährigen Mannes gefunden worden waren.

Die Kordel soll aus der Hose stammen, die der Mann am Tattag getragen hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dieser das Mädchen mit dem Band gefesselt hat. Dabei ergibt sich eine Parallele zu einer früheren Vergewaltigung, deretwegen der Mann bis wenige Tage vor dem Tod von Carolin inhaftiert war: Bei dieser Tat hatte er sein Opfer im selben Waldgebiet an einen Baum gebunden.

Für den Oberstaatsanwalt ist die Spurenauswertung "im Prinzip abgeschlossen". Er hofft, in sechs Wochen Anklage erheben zu können. Der dringend Tatverdächtige schweigt unterdessen weiter zu den Vorwürfen.

Carolin war gestern unter großer Anteilnahme in Graal-Müritz beigesetzt worden. Bei der Beerdigung gaben mehr als 300 Menschen der ermordeten Gymnasiastin das letzte Geleit. Die kleine Kirche des Ostseebades war bis auf den letzten Platz besetzt, viele Trauernde verharrten vor der Kapelle. Pastorin Christiane Gramowski rief dazu auf, angesichts des schrecklichen Verbrechens nicht in Hass und Rache zu verfallen.

Nach der Beerdigung zogen Freunde und Mitschüler schweigend zur Seebrücke und zündeten dort Kerzen für Carolin an. Am vergangenen Samstag hatten bereits knapp tausend Menschen in der Rostocker Heide Abschied von der Gymnasiastin genommen. In Todesanzeigen erinnerten Schüler und Lehrer an die 16-Jährige.