Verhungertes Kind Ermittler prüfen Mordmerkmale
Kirchberg - Der Zeuge aus Mecklenburg-Vorpommern hat bestätigt, dass die 23-jährige Frau mit dem vier Jahre alten Bruder von Robin mehrere Tage vor Weihnachten bei ihm zu Besuch war. Damit habe sich der Verdacht erhärtet, dass der zweijährige Robin allein zu Hause gelassen wurde. Vor diesem Hintergrund würden nun auch Mordmerkmale geprüft, hieß es. Bislang wurde gegen die Mutter wegen Totschlags durch Unterlassen ermittelt.
"Der Zeuge hat gesagt, dass die Mutter vom Morgen des 22. Dezember bis zum Abend des 24. bei ihm war - das sind also mehr als zwei Tage", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Eine weitere Zeugin hatte bereits zuvor bei der Polizei ausgesagt, dass die Mutter vor Weihnachten verreist gewesen sei.
Die Mutter hatte in einer ersten Vernehmung angegeben, der Zweijährige sei vor dem Fest krank gewesen. Aus Angst, dass ihr Robin weggenommen werde, habe sie aber keinen Arzt gerufen. Am zweiten Feiertag konnte der von ihr alarmierte Notarzt nur noch den Tod des Jungen feststellen. Er war laut Obduktion stark untergewichtig und erheblich ausgetrocknet. Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung waren nicht zu erkennen.
Ob der Junge durch eine Norovirus-Infektion aus der Kindertagesstätte geschwächt war, blieb weiter offen. Das ursprünglich erwartete Ergebnis der virologischen Untersuchung liegt noch nicht vor.
Tod zweier Babys: Anklage gegen die Tatverdächtigen
Nach dem Tod eines Babys in Sachsen-Anhalt ist gegen die Tatverdächtige heute Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Halberstadt wirft einer 23 Jahre alten Frau aus Ilsenburg versuchten Mord an ihrem Baby vor, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte und damit einen Bericht der "Magdeburger Volksstimme" bestätigte.
Die Frau soll ihren neugeborenen Jungen in einen Bach nahe dem Wohnhaus geworfen haben. Ein Nachbar entdeckte die nackte Babyleiche dort im Oktober vergangenen Jahres. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Säugling Fruchtwasser eingeatmet hatte und wahrscheinlich auch ohne die Tat gestorben wäre. Dennoch habe die Frau das Baby töten wollen. Die 23-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Der Prozess soll spätestens Ende Februar beginnen.
Nach der Tötung des elf Monate alten Babys seiner Lebensgefährtin in Cuxhaven hat die Staatsanwaltschaft Stade ebenfalls Anklage gegen einen 23-Jährigen erhoben. Der Mann müsse sich wegen Totschlags verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er soll im Oktober dem Sohn seiner Lebensgefährtin aus Wut über eine verschmierte Windel mehrere Faustschläge versetzt und dadurch tödliche innere Verletzungen zugefügt haben. Anschließend habe er noch versucht, das Kind wieder zu beleben und den Notarzt gerufen.
Laut Anklagebehörde gab der Beschuldigte in seiner Vernehmung die Tat zu. Zugleich habe er bestritten, absichtlich auf das Kind eingeschlagen zu haben. Der 23-Jährige sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft.
jjc/ddp/dpa