Behinderter Sohn verhungert Mutter zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt
Nathalie B. in Mannheim: Neuneinhalb Jahre Haft für die Mutter von Marcel
Foto: Uwe Anspach/ dpaMannheim - Weil sie ihren neunjährigen Sohn Marcel verhungern ließ, ist die Mutter des Jungen zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Mannheim sprach die 30-Jährige schuldig, ihren schwerbehinderten Sohn durch Unterlassen getötet zu haben. Auch der Misshandlung von Schutzbefohlenen wurde sie schuldig gesprochen.
Über Monate habe die dreifache Mutter ihren Sohn verhungern lassen, sagte der Richter. Strafmildernd wurde berücksichtigt, dass die Frau bereits mit 17 Jahren Mutter wurde und mit der Pflege überfordert gewesen sei.
Marcel war im Mai 2010 an den Folgen seiner Unterernährung und völliger Verwahrlosung in einem Mannheimer Krankenhaus gestorben. Die 30-jährige Mutter hatte bereits Anfang Februar gestanden, dass sie ihren durch eine Erbkrankheit schwerbehinderten Sohn absichtlich verhungern ließ. Sie habe ihm weiteres Leid ersparen wollen, sagte sie.
Im Prozess hatte der Verteidiger angeführt, dass die Todesursache nicht verdachtsfrei geklärt werden konnte. Außerdem müsse angenommen werden, dass die Ärzte und die Jugendbehörden Fehler bei der Betreuung der Frau und des Kindes gemacht hätten.