Vermisste Johanna: Verdächtiger ist wieder frei - DER SPIEGEL
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Vermisste Johanna Verdächtiger ist wieder frei

Der Verdächtige im Fall der 13-jährigen Johanna aus Lübeck ist auf freiem Fuß. Der 24-jährige Mann hat den Behörden glaubhaft machen können, dass er das Mädchen für älter hielt als es bei ihm auftauchte. Die beiden hatten sich im Internet kennengelernt.
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Aachen - Vier Wochen waren die beiden zusammen gewesen, bis sie vor einer Woche auf einem Dachboden in der Nähe von Euskirchen von der Polizei aufgegriffen wurden. Den bisherigen Erkenntissen zufolge, hat der Mann Johanna weder eingesperrt noch festgehalten. Allerdings kam es zu sexuellen Handlungen, die schon allein wegen Johannas Alter strafbar sind. Der 24-Jährige ist wegen ähnlicher Delikte bereits vorbestraft. Dennoch erklärte der zuständige Staatsanwalt am Abend, er habe die Aufhebung des Haftbefehls beantragen müssen.

"Wir können den dringenden Tatverdacht nicht mehr bejahen", sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller in Aachen. Die sexuellen Handlungen zwischen den beiden hätten zwar stattgefunden, der 24 Jahre alte Verdächtige rechtfertige sich jedoch damit, dass er das Mädchen für älter als 14 gehalten habe. "Für den subjektiven Tatbestand hat das schon eine Bedeutung", sagte Deller.

Die Staatsanwaltschaft habe Polizisten und Nachbarn danach gefragt, wie alt das Mädchen auf sie gewirkt habe, und auch den E-Mail-Verkehr des Mannes ausgewertet, der Johanna in einem Chatroom im Internet kennengelernt hatte. Daraus hätten sich aber keine Hinweise ergeben, dass er über das Alter des Kindes informiert gewesen sei. Deshalb habe der Verdächtige freigelassen werden müssen.

Johanna war Anfang Mai aus ihrem Lübecker Elternhaus weggelaufen und bundesweit gesucht worden.

ler/dpa