Perugia-Prozess: Kein Geständnis, kein Motiv
Verurteilte Amanda Knox "Ich warte und hoffe noch immer"
Perugia - Gerade einmal zehn Minuten hatten die Reporter Zeit, mit der in dem spektakulären Mordprozess von Perugia wegen Mordes zu 26 Jahren Gefängnis verurteilten Studentin Amanda Knox zu sprechen. "Ich habe Angst, weil ich nicht weiß, was geschieht", sagte die 22-Jährige der Nachrichtenagentur AP. "Ich warte und hoffe noch immer." Nach dem Urteil habe sie sich schrecklich gefühlt, so Knox, die sich mit einer anderen Amerikanerin eine neun Quadratmeter große Zelle im Gefängnis von Perugia teilt. Doch die Justizvollzugsbeamten hätten sich um sie gekümmert und sie wieder aufgebaut.
Zudem steht sie nach eigenen Angaben in Kontakt mit einigen ihrer Professoren. "Ich vermisse den Unterricht." Sie versuche herauszufinden, wie eine Fortsetzung des Studiums möglich sein könne. Knox darf Briefe schreiben, hat im Gefängnis Capanne jedoch keinen Zugang zu E-Mails.
In der Zelle gibt es eine Dusche und eine Toilette. Die Journalisten durften bei dem Besuch am Sonntag keine Fragen zu dem zurückliegenden Prozess stellen. Knox war wegen Mordes und sexueller Nötigung ihrer britischen Mitbewohnerin zu 26 Jahre Haft verurteilt worden.
Sollecito muss eine Haftstrafe von 25 Jahren absitzen. Knox' Familie und die Anwälte Sollecitos haben angekündigt, das Urteil anzufechten.
Das 21-jährige Opfer wurde am 2. November 2007 mit aufgeschnittener Kehle aufgefunden. Ein dritter Verdächtiger, ein Mann von der Elfenbeinküste, wurde bereits 2008 schuldig gesprochen und zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er hatte vor Gericht ebenfalls seine Unschuld beteuert.
"Wenn all das erst einmal vorüber ist, dann will ich zu meiner Familie gehen, die mir so sehr fehlt, anschließend aber nach Italien zurückkehren, weil es mir hier gut gegangen ist." Das sagte die Studentin aus Seattle Besuchern der Stiftung USA-Italien, wie italienische Zeitungen am Sonntag berichteten. "Ich mache mir Sorgen, vertraue aber meinen Anwälten und meiner Familie", sagte Knox.