Virginia Mutmaßlicher Todesschütze gibt auf
Bluttat in Virginia: Verdächtiger stellt sich im Morgengrauen
Appomattox - Um sieben Uhr Morgens war das Drama vorbei: Christopher S., der im US-Bundesstaat Virginia acht Menschen erschossen haben soll, hat sich nach stundenlanger Flucht gestellt. Polizeiangaben zufolge wurde der 39-Jährige zum Verhör umgehend an einen geheimgehaltenen Ort gebracht. Damit endete eine nervenaufreibende Nacht in dem Ort Appomattox, rund 160 Kilometer südwestlich von Virginias Hauptstadt Richmond.
Nach seiner Bluttat am Dienstag war S. einem Bericht der "Washington Post" zufolge schwer bewaffnet in ein Waldstück geflüchtet. Mehr als hundert Polizisten umstellten daraufhin das Gebiet. Sie setzten Suchhunde und Wärmebildkameras ein, mussten jedoch mit äußerster Vorsicht agieren, da der Verdächtige mehrmals seine Unberechenbarkeit unter Beweis gestellt hatte.
So nahm S. einen Polizeihubschrauber ins Visier, der die Fahnder unterstützen sollte. Seine Kugeln trafen offenbar den Tank oder eine Treibstoffleitung, so dass der Helikopter auf einem Feld in der Nähe notlanden musste.
Zuvor hatte er bereits auf einen Hilfssheriff geschossen, der sich am Straßenrand um einen verletzten Mann kümmern wollte. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät, er starb wenig später. Dieser Zwischenfall hatte die Polizisten erst zu dem Landhaus geführt, in dem sie die übrigen Opfern fanden.
Drei Tote lagen in dem Haus, vier auf dem Grundstück. Der "Washington Post" zufolge gehen die Ermittler davon aus, dass die Opfer den mutmaßlichen Täter kannten. Genauere Angaben - etwa ob es sich um Familienmitglieder handelt - wurden bislang nicht gemacht.
Virginias Gouverneur Robert F. McDonnell sprach von einer "schrecklichen Tragödie". Bislang war Appomattox in den USA vor allem deshalb bekannt, weil dort mit der Kapitulation von General Robert E. Lee 1865 der amerikanische Bürgerkrieg endete.