Vorgetäuschter Überfall: Haftbefehl gegen Italiener erlassen - DER SPIEGEL
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Vorgetäuschter Überfall Haftbefehl gegen Italiener erlassen

Juristisches Nachspiel: Eine Richterin hat Haftbefehl gegen einen Italiener erlassen. Der Mann hatte behauptet, am Wochenende in Berlin Opfer eines fremdenfeindlichen Anschlags geworden zu sein.
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Berlin - Es bestehe der dringende Verdacht, dass der 30-Jährige die Behörden getäuscht habe, sagte ein Justizsprecher. Da zudem Fluchtgefahr bestehe, habe eine Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten den Mann jetzt verhaften lassen. Der Italiener hatte angegeben, am vergangenen Wochenende im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg von drei kahlköpfigen Tätern wegen seiner Nationalität beleidigt und mit einem Baseballschläger geschlagen worden.

Nach Erkenntnissen der Ermittler ist er jedoch angetrunken in ein Gleisbett der S-Bahn gefallen. Das ergaben die Auswertung der Überwachungskameras sowie die Aussagen des Beschuldigten. Dem Italiener droht nun eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Derzeit befinde sich der am Kopf und am Knie verletzte Mann im Haftkrankenhaus, teilte der Sprecher mit.

Der vermeintliche Übergriff hatte in Ostdeutschland Bestürzung ausgelöst. So warnte der Bundesausländerbeirat, der Übergriff auf den Italiener und der rassistische Angriff auf einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam seien nur die Spitze des Eisberges.

aki/reuters