Zschäpe: NSU-Mitglied als Drahtzieherin soll in Sicherungsverwahrung - DER SPIEGEL
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Anklage der Bundesanwaltschaft Zschäpe soll Drahtzieherin des NSU gewesen sein

Welche Rolle spielte Beate Zschäpe innerhalb des Terrortrios NSU? Zeitungsberichten zufolge legt die Anklageschrift nahe, dass sie Drahtzieherin war. Zudem hält die Bundesanwaltschaft für Zschäpe offenbar eine Sicherungsverwahrung für nötig.
Zschäpe (Archivbild 2004): "Anschein von Normalität und Legalität"
Zschäpe (Archivbild 2004): "Anschein von Normalität und Legalität"

Zschäpe (Archivbild 2004): "Anschein von Normalität und Legalität"

Foto: dapd
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Karlsruhe - Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe war laut "Welt" möglicherweise Drahtzieherin des Zwickauer Terrortrios NSU. Der Zeitung zufolge legt dies die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft nahe, die ein neues Bild Zschäpes zeichne: Die Anklage werfe ihr 27 "rechtlich selbstständige Handlungen gemeinschaftlich mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos" vor, darunter zehn Morde, einen versuchten Mord, zwei Sprengstoffexplosionen und eine Brandstiftung mit versuchter Tötung in drei Fällen.

Die Anklageschrift mit dem Aktenzeichen 2 BJs 162/11-2, die der "Welt" vorliegt, soll 488 Seiten umfassen, als Verschlusssache eingestuft und von Generalbundesanwalt Harald Range persönlich gezeichnet sein. Er hatte vor einer Woche Zschäpe als ein gleichberechtigtes Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) bezeichnet. Die 37-Jährige habe der Gruppe "den Anschein von Normalität und Legalität" gegeben.

Im Falle einer Verurteilung Zschäpes hält die Bundesanwaltschaft sogar eine Sicherungsverwahrung für notwendig, wie der "Tagesspiegel" berichtet . Diese kann bei Straftätern, die ein besonders schweres Verbrechen begangen haben und auf unabsehbare Zeit als extrem gefährlich gelten, für die Zeit nach der zu verbüßenden Haftstrafe angeordnet werden.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU, ihre mutmaßlichen Komplizen töteten sich selbst. Als "Managerin des Geldes" habe sie großen Einfluss, schreibt die "Welt" und beruft sich auf die Anklageschrift . Zschäpe habe die Beute verwaltet, die Mundlos und Böhnhardt bei mehr als einem Dutzend Banküberfällen gemacht hätten - insgesamt über 600.000 Euro. Als sich die Männer nach Südafrika absetzen wollten, sei dies am Einspruch Zschäpes gescheitert, die Deutschland nicht verlassen wollte, heißt es in dem Artikel.

Die Bundesanwaltschaft äußerte sich am Freitag nicht zu den Berichten und verwies auf ihre Erklärung zur Anklageerhebung vor einer Woche. Die Zuständigkeit liege jetzt beim Oberlandesgericht München. Zschäpe muss sich dort als NSU-Mitglied und als Mittäterin verantworten. Neben der 37-Jährigen sind auch vier mutmaßliche Unterstützer und Helfer der Zwickauer Zelle angeklagt, darunter der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.

aar/dpa